Hyrtl, Joseph
Onomatologia anatomica: Geschichte und Kritik der anatomischen Sprache der Gegenwart ; mit besonderer Berücksichtigung ihrer Barbarismen, Widersinnigkeiten, Tropen, und grammatikalischen Fehler — Wien, 1880

Page: 581
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391. Ulna. — 392. TJmbö und Urabilicus.

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391. Ulna.

Ulna ist; wie Cubitus, ein doppelsinniges Wort. Wir finden
es als Vorderarm, und als Ellbogenbein. Sein griechisches
Synonym: ^ff/uq, theilt dasselbe Schicksal: id totum, quod inter
brachium et carpwn est, ejusdemque partis majus os, ulna (tt^/uc)
s. cubitus vocatur 1). Ja idna und 7cyjxuS kommen auch als ein
Längenmass vor, == der deutschen Elle, d. i. der Abstand der
Spitze des Mittelfingers vom Ellbogen, ungefähr 1 '/2 Fuss.
Elle, das spanische alna und ana, und das französische aune,
sind intime Verwandte der lateinischen Ulna. Im Plinius
begegnen wir der Ulna, als Klafter, = dem Abstand, welcher
mit beiden ausgespreiteten Armen gemessen wird. Denn der
Ulna bedienen sich die Dichter, auch für den ganzen Arm:
idnis anvplecti, in idnas attollere, und maternis in idnis, im Ovid.

Die lateinische Ulna ist eine Tochter der griechischen
wXevYj, = Ellbogen und Arm, wie in der X£u7.wXevo; "Hprt im
Homer, weissarmige Juno.

Die mittelalterlichen Benennungen der Ulna, als Canna,
Arundo, und Focile, theilt die Ulna mit dem Radius und der
Tibia. Sieh' diese Artikel, wie auch Cubitus und Olecranon.

392, Umbo und Umbilicus.

Mit dem Umbo, welchen wir nur ein einziges Mal in der
Anatomie enthalten finden, hat eine kleine Verwechslung statt-
gefunden. In der Meinung, dass Umbo eine Vertiefung ist,
nennen die meisten neueren Anatomen, duce Hallero2), die

) Oribasius, Op. cit.,pag. 159.

;) Elementa physiol., T. V, Lih. 15, pag. 200: in umbonis speciem,
extrorsum cavi; das erste Mal, dass ein Umbo, als Concavität
zum Vorschein kommt!
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