Hyrtl, Joseph
Onomatologia anatomica: Geschichte und Kritik der anatomischen Sprache der Gegenwart ; mit besonderer Berücksichtigung ihrer Barbarismen, Widersinnigkeiten, Tropen, und grammatikalischen Fehler — Wien, 1880

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399. Vacuolen. — 400. Vagus.

Die Luette vesicale der Franzosen, als vorderer, etwas
verdickter, und in die Pars prostatica urethrae hineinragender
Winkel des Corpus trigonum Lieutaudii, fand auch bei uns
allgemeinen Anklang als Uvula vesicae.

ZxacpuAv} ist und war immer nur Zäpfchen, niemals
weicher Gaumen. Deshalb sind die für die Levatores palati
mollis beliebt gewordenen Spheno- und Petro-salpingo-staphylini,
und der Substitut des Constrictor isthmi faucium, als Glosso-
stapTiylinus, aus der Anatomie zu verbannen, da sie sprachlich
unrichtig sind. Dagegen darf der Azygos uvulae, sub forma des
Palatostaphylinus (Fallopia), noch fortdauern, da er wirklich
im Zäpfchen aufgeht.

Sprachliches über Uvula und Gargareon, sieh' in §. LXIII,
meiner oft citirten Abhandlung HL.

399, Vacuolen,

Die Sprache, welcher dieses Wort angehört, ist noch
nicht erfunden worden. Die Histologen verstehen unter Vacuolen
kleine Hohlräume im Gewebe verschiedener Gebilde. Vacuus
mag ihrem Geiste vorgeschwebt haben.

400. Vagus,

Unseren anatomischen Vorfahren, welche mit Galen nur
sechs Hirnnervenpaare kannten, war der Vagus, das Par sextum
(Vesal und Fallopia). Durch die Constituirung des Olfactorius
und Trochlearis als autonome Hirnnerven, wurde er zum Par
octavum (Willis), durch die Auflösung des alten Par guintum
in einen Acusticus und Communicans faciei, zum Par nonum,
und durch die von Sömmerring durchgesetzte Loslösung
des Glossopharyngcus vom Vagus, zum Par decimum, was er
heute noch ist. Der Nervus accessorius Willisii bildet das Par
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