Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,4): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Mosbach und Eberbach — Tübingen [u.a.], 1906

Page: 14
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KREIS MOSBACH.

DIEDESHEIM

Schreibweisen: Duodesheim 1313; Dudensheim 13695 Dudessheim 1503.
Geschichtliches Geschichtliches: Bis 1803 kurpfälzisch (Oberamt Mosbach). 1803 bis 1806

fürstlich leiningisch.
Römisches Am »Heunehaus« an der Ludolfsklinge, Reste römische]- Gebäude. — Mauer-

werk auch im Gewann »Hammerschlag« (1898). (W.)

FAHRENBACH

Schreibweisen: Varenbach 1394; Farnbach 1474.
Geschichtliches Geschichtliches: Alter zum Schloss Lohrbach gehöriger Ort, und mit diesem bis

1803 kurpfälzisch (Oberamt Mosbach). 1803 bis 1806 fürstlich leiningisch.
Römisches In den Aeckem neben der »Römerstrasse« (»Alte Strasse«) und im Wald neben

der Landstrasse nach Robern ist der Kolonnenweg der römischen Odemvald-Neckar-
linie noch gut erhalten. Im Wald zwischen dem Buchweg und dem sogen. Mosbacher
Pfad die Trümmer eines zu derselben gehörigen römischen Wachthurms (1897). (W.)

GUTTENBACH

(Gutenbach)

Schreibweisen: Botenbach ad a. 793; Buodenbach 1068; Budenbach 1299; Guden-
bach 1496; Gutenbach 1369 und 1504.
Geschichtliches Geschichtliches: Der Ort gehörte ursprünglich (seit 1369 nachweisbar) zur Herr-

schaft Minneburg, war dieser zinspflichtig und teilte deren Schicksale, Verpfändung
und Verkauf. Bis 1803 kurpfälzisch.
Kirche Die Filialkirche (tit. S. Urban) ist ein kleiner, schmuckloser Barockbau mit altem

gofhischen Thurm, dessen Untergeschoss in üblicher Weise als Chor dient. Das alte
Rippen-Kreuzgewölbe mag noch aus dem Anfange des XIV. Jhs. stammen. Am Schluss-
stein ist ein Stern eingemeisselt. Das kleine Fenster hinter dem Altar mit frühgothischer
Pröfilirung und Dreipass ist einzig erhalten geblieben.
Grabstein Ueber dem Eingange zum Kirchhofe in die Mauer eingelassen eine grosse Grab-

platte (w. S.) mit dem Relief-Bilde eines Ritters (s. Fig. 5), in voller Rüstung auf einem
Löwen stehend (Kopf sehr verstümmelt). Zuoberst innerhalb einer Halbkreis-Muschel
folgende Inschrift auf einer Platte:

HßRO DNI 1555 FRIDAG DEN 21 DAG JULIS IST DOTS VERSCHID • • • ■
DER EDEL UN ERENVEST LUDWIG VON HABERN
DEM GOT GENEDIG SEY AMEN.
In den Ecken 4 Wappenschilder.

Die Arbeit an diesem Grabstein eines der letzten Herrn der Minneburg aus diesem
Hause ist ziemlich roh, das Ganze aber doch wirkungsvoll.
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