Oechelhäuser, Adolf von; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,4): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Mosbach und Eberbach — Tübingen [u.a.], 1906

Page: 176
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdm4bd4/0199
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
176

KREIS MOSBACH.

Brücke

Kreuze

Inschrift

dem XVII. Jh. ist noch erhalten, ein anderes am alten Markt renovirt; im Uebrigen sind
alle durch spätere Veränderungen verdorben.

Ein Leiningen'sches Jagdschlösschen: die Emichsburg, das 1828 im standes-
herrlichen Walde erbaut wurde, ist bald weder theihveise abgerissen und 1848 von den
Bauern der Nachbarorte vollends zerstört worden. Ein Theil ist jetzt wieder als ein-
faches Jagdhäuschen hergerichtet,
der Rest noch Ruine.

Nördlich der Stadt bildet
den Uebergang der Friedrichs-
dorfer-Strasse über die Itter die
sogen, steinerne Brücke, 1491
an Stelle einer durch Hochwasser
zerstörten älteren erbaut, später
aber wiederholt in Folge von
Beschädigungen theihveise er-
neuert. Eine im Zuge der Strasse
nach Heidelberg liegende Itter-
brücke wurde 1781 anlässlich
des Baues der Strasse nach
Gemmeisbach errichtet.

Bei der steinernen Brücke
steht ein Kreuz mit der In-
schrift: %xm btm ata\ii jar
an öein nerijften tage • • • •
fant aiibrec ift her cruar
coiit.s ßouel bedangen in
taaffemot

Ein Kreuz auf der Höhe
links des Neckars an der Strasse
nach Schwanheim stammt aus
dem XVIII. Jh., ist aber jeden-
falls Ersatz für ein älteres, da
die Stelle schon im XVI. Jh.
»am steinernen Kreuz« hiess.

Fig. 117. Fenster der Waldkapelle bei Eberbach.

Im Karlsthal, am Fusse des Itterbergs befindet sich eine Inschrifttafel, auf der
die in Eberbach einquartiert gewesene zweibrückische Garde um ein freundliches Andenken
bittet (1798). fWe.J

WALD KAPELLE

Hoch droben im Eberbacher Stadtwalde, unfern der Ruine Stolzeneck (s. unten
S. 179 ff.) liegt eine spätgothische Kapelle (s.Fig. 116), das sogen. Heilig-Kreuzkirchlein,
jetzt Ruine, von Buchen beschattet. Der Bau stellt ein dreiseitig geschlossenes Rechteck
von 5,00 m lichter Weite und 7,80 m lichter Länge dar und ist bis unter die ehemalige
Traufkante (ca. 4,60 m hoch) in den Umfassungsmauern gut erhalten. Gelegentlich der
Aufbringung des neuen offenen Dachstuhls scheint der Rest des ehemaligen Haupt-
loading ...