Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,4): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Mosbach und Eberbach — Tübingen [u.a.], 1906

Page: 179
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AMT EEERBACH. — OBERSCHONBRUNN. BURG STOLZENECK.

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Oberhalb der bisherigen Kanzel sind drei kreisrunde Wappensteine — neu bemalt —,
eingelassen, von denen der oberste die Jahreszahl 1520 aufweist. Von den zwei, eben-
falls wohl aus der altern Kirche stammenden Glasgemälden — z. Z. in Reparatur in
Heidelberg — soll das eine die Jahreszahl 1519 mit der Aufschrift: Wilhelm von Habern,
derzeit Pfaut zu Heidelberg aufweisen. Die Inschrift des Anderen sei nicht deutlich
zu lesen.

Von den beiden Glocken trägt die alte folgende Inschrift:

bt$ • fjßtfißen • crcits • guMfi • Ijcis • irij • in • un*fer ■ töten • frauen •

er • feit • idj.

Dahinter folgen ein aus M und B zusammengesetztes Monogramm und die Jahres-
zahl: anno (fehlt domini) XXLIIII +. Die Jahrhunderte sind weggelassen, die Zehner
offenbar vertauscht. Dem Charakter der Schrift nach dürfte 1474 zu lesen sein.

Die zweite Glocke ist 1787 von Anselm Speck in Heidelberg gegossen.

Wappenstein

Glasfenster

Glocken

Etwa 5 Kilometer südlich von Eberbach hoch über dem Neckar, kurz nachdem
dieser westlich von Zwingenberg her kommend, bei Lindach wieder seine nördliche
Richtung aufgenommen hat, liegt auf dem linken Ufer in der Gemarkung Schwanheim
die Ruine der alten

BURG STOLZENECK.

Geschichtliches: Der Ursprung der Burg ist unbekannt. Erstmalig urkundlich Geschichtliches
erwähnt wird sie z. J. 1284, in dem Pfalzgraf Ludwig II. von der Wittwe und den übrigen
Erben des Walther v. Bachow das castrum Stolczenecke käuflich erworben hat. Als
pfälzische Lehensträger und Erbburggrafen erscheinen sodann i. J. 1335 Heinrich und
Albrecht von Erligkeim mit dem Vorbehalt des offenen Hauses für Pfalz auf
Stolzeneck, 1418 bereits wurde aber den Erben Albrechts die Lehenschaft der Burg für
1000 Gulden vom Pfalzgrafen wieder abgekauft, um vierzig Jahre später dem Hans
Hör neck vonHornberg zu Hochhausen übergeben zu werden. In Folge dauernder
Händel musste diesem i. J. 1459 die BurS gewaltsam wieder abgenommen werden, worauf
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