Rott, Hans ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bretten (Kreis Karlsruhe) — Tübingen, 1913

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4 AMT BRETTEN — BAUERBACH

Sekfrchaens Emporen. Die Brüstungsbretter in Rokoko bemalt, heute nach innen gekehrt.

Kelterhaus Kelterhaus. Ein stattlicher Massivbau südöstlich gegenüber der Dorfkirche

mit zwei großen Kelterbäumen. 18. Jh.
Häuser Haus Nr. 28. Inschriftstein in Kapitale, eingemauert an der Hofseite; nur

teilweise erhalten: Anno 16 ig jar a(l)so hat Wendel Krel\\\,\ und das haus gebauet.

Zu der zeit hat das malter dinckel gölte ein gilden und de?' w(ein d)ie om ein gilden, ein

malter /////. Sandstein. H. 0,40 m, Br. 0,70 m.

BAUERBACH

Karlsr. GLA. Protokolle des Speierer Domkapitels. — Mitteil. d. bad. histor.
Kommiss. Nr. 25 (1903), 61. — Aktennotizen von Fr. MüLLER-Bauerbach.

FeiGenbutz, Kraichgau 87. — Fr. Hirsch, in der »Denkmalpflege« VIII (1906)
p. 6off. mit Abbild. — Das Erzbistum Freiburg, Freiburg 1910, p. in.

Ansichten: Farbige Lithographie, gez. u. lith. von K. Weibezahi, im Melanchthon-
haus zu Bretten.
Geschichte Geschichte. »Daz dorfze Purwach 1330« und »an Burbecher wege« 1347.—

Älteste Erwähnung im Lorscher Kodex 778 als zur Flehinger Gemarkung gehörig,
»in pago Creichgowe in villa Burbach«. König Albrecht verpfändete 1305 den Ort
an Zeisolf von Magenheim. Von diesem kam das Dorf 1339 an die Hofwarte von
Kirchheim, die von Karl IV. mit der Vogtei über dasselbe belehnt wurden. Im
15. Jh. hirsauisch, gelangte es 1511 im Verkaufsweg durch den Abt Johann von
Hirsau an das Domkapitel, »Grund und Boden zusampt der Vogty, dem Schloß«.
Bis 1803 weltliches Gebiet des Hochstifts Speier, im Besitz des Domkapitels.
Peterskirche Kath. Pfarrkirche St. Peter. Ein Vizepleban 1267 genannt. Als Pfarrkirche

1348 erwähnt. Damals war der Abt von Hirsau Kirchenpatron. Seit 1511 dem Dom-
stift in Speier inkorporiert, mit dem Recht des Pfarrsatzes. 1720 waren die Altäre
der Mutter Gottes, des hl. Petrus und der hl. Katharina vorhanden.

Die mittelalterliche Kirche 1524 ganz baufällig. Kirchenneubau 1528; die
Jahreszahl an der alten abgebrochenen Kirchentür oben. Diese Kirche, 29 Schuh
breit und 51 Schuh lang, 1723 in sehr schlechtem Zustand (Schreiben Kard. Schön-
borns); 1792/93 Neubau derselben durch den Bruchsaler Werkmeister Jacob Messing,
»als ein durch den Bau von 17 Kirchen allerdings erfahrener Baumeister«. Der
schlecht fundamentierte Türm mußte 1808/09 nochmals gebaut werden durch den
Gondelsheimer Maurermeister Hertel (Protokolle des Speierer Domkapitels zu den
betr. Jahren). Über der Turmtür die Inschrift: W■ M■ H■ L ■ iSog. — Der alte
Friedhof um die Kirche, nach drei Seiten steil abfallend, war früher wohl befestigt.
Einrichtung Im Chor, seitlich des modern-gotischen Hauptaltares, die barocken Figuren

St. Pauls und Peters, die letztere eine besonders tüchtige Leistung. Beide vom alten
Hochaltar stammend.

Im Langhaus mit flacher Decke meist alles in charaktervoller, einfacher
Barockausstattung, wie Kanzel und Beichtstühle. Die Nebenaltäre älter, barock: Der
südliche im baldachinartigen Aufbau, über je zwei Säulen und Pilastern ein ge-
brochenes Giebelfeld mit dem Auge Gottes, darin die verschlungenen Buchstaben
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