Rott, Hans ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bretten (Kreis Karlsruhe) — Tübingen, 1913

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82 AMT BRETTEN — GOLSHAUSEN

Häuser Haus Nr. i 66. Das alte Amtshaus, erbaut 1745, mit breiter Straßenfront. Das

steinerne Türgestell ähnlich dem des Rathauses gegenüber. Die Flügeltür eine selt-
same Mischung von klassizistischen und gotischen Formen.

Haus Nr. 169. Gasthaus »Zur Kanne«. Ehemals eine Schmiede. Erbaut
1742. Hübsches großes Empireschild mit der Gochsheimer Rose.

Haus Nr. 179. Ein schöner zweistöckiger, überkragender Halbfachwerkbau
mit stattlicher Front. Über dem mittleren der barocken, breiten Fenstergestelle
ein geteiltes Wappen mit wachsendem Vogel (Krähe) über Schachbrett samt der
Zahl 1733 im Sturz.

Haus Nr. 222. Über starken, mehrfach abgetreppten Kragsteinen stark aus-
ladendes Obergeschoß. Das massive Erdgeschoß wohl noch aus dem 16. Jh.

Haus Nr. 226. Die ehemalige untere Stadtkelter, vor der Mühle, erbaut 1794.
Die herrschaftliche obere Kelter stand an der Stelle des jetzigen Schulhauses.

Gasthaus »Zum Löwen«. Am Kuhstall großer Allianzwappenstein von
Württemberg-Eberstein von 1687, ein zweiter von 1686 an der Hinterseite ein-
gemauert.
Talmühle Talmühle. In der Nähe des ursprünglichen Ortes. Inschriftstein in gotischen

Minuskeln mit der Rose von Gochsheim: Im jar 170g ist dise mill von der gemeine statt
Gochsheim errbautt worden und ist zu selbiger zeit an den bauw und mill meister allhier
Fridrig Albrecht Conrad Glasser und dess genoße und Johanes Oeffinger burger und
schreiner.

GOLSHAUSEN

GLA. Karlsr. Spez.Akt. Gölshausen und unter Gochsheim. — Haus- und Staats-
arch. Stuttgart, Bausachen Kasten CXV. Hier Risse von H. Schickhardt. — Mitteil,
d. bad. histor. Kommiss. Nr. 25 (1903), 66.

Feigenbutz, Kraichgau 130fr. — J.G.Widder, Beschreibung der churf. Pfalz
II, 22of. — Baum, in Württemb. Vierteljahrshefte XV (1906) p. 104, 156. — Heyd,
Handschriften und Handzeichnungen des herzogl. württemb. Baumeisters Heinr.
Schickhardt 1902 if.
Geschichte Geschichte. Gelsshusen nach dem Hirsauer Kodex; Gelteshusen 1287;

Geltzhusen 1357; Geltzhausen 1538. — Erste Erwähnung in Lorscher Urkunden
806 als Geltolfeshusen. Ein Teil gehörte den Herren von Enzberg, das übrige den
Grafen von Eberstein. An das Kloster Herrenalb verkaufte Gerhard von Enzberg
1293 sein Viertel. Von den Ebersteinern kam das Dorf durch Erbschaft an Baden.
Die Markgrafen verkauften es an das Kloster Maulbronn, über das Pfalz die
Schirm- und Kastenvogtei hatte. Deshalb gelangte Gölshausen durch die unglück-
liche bayerische Fehde 1504 an Württemberg. Einführung der Reformation unter
Herzog Ulrich. Die rechtlichen Streitigkeiten mit Pfalz, das die Oberlehensherrlich-
keit beibehalten, 1747 geschlichtet durch Abtretung von Unteröwisheim an Württem-
berg, von Gölshausen, Zeisenhausen und Sprantal an Kurpfalz. Höfe besaßen im
Ort das Kloster Herrenalb (1347) und das Barfüßerkloster von Pforzheim (1438). Bis
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