Rott, Hans ; Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bretten (Kreis Karlsruhe) — Tübingen, 1913

Seite: 117
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AMT BRETTEN — MUNZESHEIM

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Steinmetzzeichen konnten am oberen Schloß be-
obachtet werden: % \3ffi&$X$ t %it-

Das zweistöckige, massive Ökonomiehaus
stammt ebenfalls aus der gleichen Zeit wie die
Schwanenburg. An Türen, Fenstern und Pfosten
dieselben Profilierungen und Zierformen der Ab-
läufe. Einzelne Teile, besonders im Keller, ge-
hören sogar noch einem Bau vor 1569 an. Im
Innern das meiste umgestaltet. Die übrigen Ge-
bäude, die den großen Hof einfassen, umgebaut,
teilweise mit Verwendung alter Werkstücke. Eine
hohe Mauer schließt das Ganze von der Garten-
seite her ein.

In der Nähe der Schwanenburg eine Reihe
älterer Fachwerkhäuser des 17. und 18. Jhs.,
einzelne mit Lauben an den umschlossenen
Höfen, gedeckten Treppenaufgängen und säulen-
getragenem Überbau.

Schwanen-
burg

Ökonomie-
haus

Fig. 60. Holzstützen und Balkendecke
in der Schwanenburg zu Menzingen.

MÜNZESHEIM

Mitteil. d. bad. histor. Kommiss. Nr. 25 (1903), 62.

Feigenbutz, Kraichgau 166 ff. — F. L. Stocker, Chronik von Münzesheim,
Heilbronn 1879. — Remling, Geschichte der Bischöfe von Speier I, 618. — Bad.
Landesztg. 1858 Nr. 90.

Pläne: »Geometrischer Grund-Riß des hochfreyherrl. Lehen-Schloßes zu Münzes-
heim, die Burg genant.« Gez. von W. J. Müller, 6. Mai 1761. Karlsr. GLA. Plansamml.
M. Nr. 5if. — »Grundriß der Kirch zu Müntzesheim, wie selbige dato angelegt und
eingetheilet ist.« Unten: »Sigis. Jac. Haeckher praecept. loci filius. Ao 1745.« Ib.
1. c. M. Nr. 511. — Dorfplan von 1806, gez. von J. M. Götz, eingebunden in den
Gemarkungsplan im Rathaus von Münzesheim.

Geschichte. Munciheim nach Hirsauer Codex; Mönczesheim 1339; Mint- Geschichte
zissen 1539. — Zuerst 822 als villa Muncinesheim erwähnt. Früh das Kloster Hirsau
hier begütert. Vor 1236 gehörte Münzesheim bereits den Grafen von Eberstein. In-
folge des kinderlosen Todes Hugos von Eberstein kam der Ort an Zweibrücken, das
ihn 1283 an Baden verkaufte. — Ursprünglich hatte Münzesheim eigenen Ortsadel;
ein Wolfram von M. schon 1109 nachgewiesen. Nach dessen Aussterben übertrug
Baden das Lehen 1326 an Albrecht Hofwart von Kirchheim. (Über die Hofwarte von
Kirchheim — Oberamtsstadt in Württemberg —, die ein Ankerkreuz im Wappen
führten, und deren württembergische Linie 1399, deren Münzesheimer 1675 ausstarb,
vgl. v. Alberti, 330 f.) Die Hofwarte hatten ansehnlichen Besitz zu Laufen und
seit 1339, von Ludwig dem Bayer verliehen, die Reichsvogtei über das Kloster
Odenheim. Sie beteiligten sich 1353 an einer Fehde der Sickingen mit der Stadt
Speier, da Bürger der Stadt den Domkapitular Eberhardt von Sickingen übel
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