Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 49.1898-1899

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Vom Büchermarkt.

4; 5. Schirmgestell. Kupferarbeit von I. tVinhart & Lo.,
Schmiedeisenarbeit von Zimmermann 8c Lo., München-.
(7i2 d. tu. Gr.) Muster geschützt.

(Vom KüchermarA.

eisterwerke der Holzschneidekunst. Neue Folge,
Pest 3- 3* Weber in Leipzig. Unter
dem Separattitel „Moderne Meister" ließ der Verlag
von I. 3- Weber, dessen xylographische Leistungen
in Wirklichkeit den Titel Meisterwerke verdienen,
eine Sammlung von zehn Holzschnitten nach Len-
bach, Dettmann, G. Max, R. Reinicke, von pof-
mann, von Bartels, Zauk und Papperitz erscheinen,
denen eine Einleitung von Aemil Fendlcr über das
Wesen der modernen Kunst beigegeben ist. Mehr
als diese Worte interessiren uns die technisch ganz
hervorragenden Holzschnitte selbst, denn gerade als
Reproduktionswerk beansprucht die Publikation Be-
achtung und Lob. Der Charakter der Malweise der
einzelnen Künstler ist durch Messer und Büchel so
trefflich wiedergegeben, daß diese Blätter entschieden
photomechanischen Reproduktionen vorzuziehen sind.
Pier treteit die einzelnen Tafeln schon an und für sich
als vollendete, selbständige Kunstwerke auf, iticht nur
als rein mechanischer Abklatsch solcher. Deshalb
können wir uns auch nicht versagen, nochmals der
Verlagsbuchhandlung cs vorzuwerfen, daß sie in
unwürdiger Meise mit der im polzstock eingeschnittenen

Firnta „3. 3- Weber £. 3-" den aussührenden
polzschneidern den wohlverdienten, berechtigten Ruhm
vorenthält und deren Nainen verschweigt. (Vergl.
in „Kunst und pandwerk" s897, Pest I, 5. 38 ff.
die von R. St. sehr wohl begründete Forderung!)
Erklärt der Verlag die polzschnitte selbst als Meister-
werke, so ist es auch seine Pflicht, die Namen der
Meister zu nennen. Bei solch' künstlerisch vollendeten
Publikationen hat der polzschneider die gleichen Rechte
und Ansprüche wie ein Kupferstecher oder Radist zu
beanspruchen. Es ist an der Zeit, daß die Firma
endlich von dieser Gewohnheit läßt und die Signirung
mit den: Namen des polzschneiders zugibt; denn
viel mehr als der Name des Verlags oder des
3nstituts, in den: ein Kunstwerk entstand, interessirt
der Nante des Künstlers selbst. Durch die Signirung
kann der Firma kein Nachtheil, keine Beeinträchtigung
entstehen, vielmehr wird ihr dies nicht minder in
der Künstlerwelt denn im kunstliebenden und kunst-
pflegenden Publikum Anerkennung und Dank sichern.
Das vorliegende Pest „Moderne Meister" unterstützt
durch die Vortrefflichkeit seiner Blätter auf's Nach-
drücklichste die hier nochmals ausgesprochene For-
derung. bl.

r. v. Thiersch, Der neue 3ustizpalast zu München;
ca. 60 Tafeln in Lichtdruck aus der Verlagsanstalt
von F. Bruckmann nach Aufnahmen von Otto
Aufleger. Verlag von L. Werner, München, s8s>8.
3 Lieferungen zum Preise von je 20 Mk.

Der rührige Werner'sche Architekturverlag, der
alte und neue Münchener Bauten zu seinem Paupt-
arbeitsfeld erkoren hat, bietet mit oben genanntem
Werke den Künstlern ein Stück neuester Münchener
Baukunst dar, dessen Perausgabe wir schon früher
ankündigen konnten. Was unsere Zeitschrift in den
letzten Jahrgängen aus diesem bedeutendsten Mün-
chener Bau der Gegenwart an Abbildungen gebracht
(3ahrg. f 897, 5. \65 ff., und \898/99, 5. 32 ff.),
konnte ja immer nur einet: sehr kleinen Theil des
vorhandenen überreichen Materials vergegenwärtigen,
und manche Schönheit nmßte den Lesern unserer
Zeitschrift Vorbehalten bleiben. Das Alles scheint
nun nachgeholt werden zu sollen. Was die uns
vorliegende erste Lieferung des Zustizpalast-Werkes
enthält, Außen- wie Zunenansichten, Stuckaturen,
Schmiedearbeiten und andere Einzelheiten, ist -
selbst wenn die Aufnahmen unter den ungünstigsten
Beleuchtungsvcrhältnissen gemacht werden nmßten —
so vorzüglich wiedergegeben, daß das Werk nicht
nur nach seinem Zuhalt, sondern auch nach der rein
äußerlichen Seite als Publikation eine Musterleistung
genannt werden darf. Daß die noch ausstehenden
weiteren zwei Lieferungen der vorliegenden nicht

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