Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 49.1898-1899

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vom Büchermarkt.

iiachstehen werden,
dafür bürgen Heraus-
geber und Verleger
in gleichem Maaße
wie Photograph und
Lichtdruckanstalt. *

»ferne Thüren
und Thore,Kon-
struktions Zeichnungen
von Ingen. I. kjoch.

I. und II. fjeft zu je
8 Foliotafeln, jedes
Heft M. 3,50. Leipzig,

Gtto Spamer.

Von Veröffentlichungeit
kunstreich geschmiedeter Gitter
wimurelt der Buchmarkt; allent-
halben werden Gitterthüren
drauf los entworfen, und unter
zehn Zeichnern kümmert sich
kaum einer darum, wie diese
Dinger zusammengefügt feilt,
wie Schloß, Riegel und Bänder
befestigt werden ntüssen rc.

Und doch ist die genaue Aus-
führung des Entwurfes un-
denkbar, wenn nicht schon bei
seiner Anfertigung alle kon-
struktivcn und zwecklichen Er-
fordernisse sorgfältig bedacht
und erwogen worden sind.

Dazu gibt nun das oben ge-
nannte U)erk die besteit Hin-
weise, indem alle für die Aus-
führung nöthigen werkzeich-
nungen in wirklicher Größe
und mit der üblichen Ein-
tragung der Maaße, der walz-
eisennuinmern rc. dargestellt
sind. Die Blätter wollen int
wesentlichen alles Konstruktive
in möglichster Klarheit bringen
und erheben darum auch nicht
den Anspruch auf küitstlerische
Leistungen. Deut Künstler, der
sich mit diesen Konstruktions-
verhältnissen vertraut gemacht
hat — wozu allerdings einiges ernstes Nachdenken
von Nöthen — wird es nicht schwer werden, auf
den gleichen Grundlagen künstlerisch Vollkommenes
zu schaffen. 6.

ehl, E., Der Ziegelputzbau. Eine Sammlung
von Entwürfen zu Hausansichten, Eingängen,

Giebeln,Erkern u.s.w.
Verlag von E.A. See-
mann, Leipzig. Preis
\2 Mk.

Der Backstein-
feinbau ist bei uns,
namentlich in Nord-
deutschland, schon seit
Jahrzehnten wieder
in seine ihm bereits
imNlittelalter eigenen
Rechte eingesetzt wor-
den; in Holland hat
er nie aufgehört, die
maaßgebende Rolle im Bau-
wesen zu spielen, und in Nord-
amerika hat er sich vermöge
der Maschinentechnik an Be-
deutung völlig dein natür-
lichen Steinmaterial gleich-
zustellen gewußt, dessen Be-
arbeitung bei den dortigen
Lohnverhältnissen eben sehr
theuer zu stehen kommt. Daß
anderwärts vielfach der Putz-
bau vorherrscht, hat wohl
feinen letzten Grund in der
Absicht, die Baukosten mög-
lichst einzuschränken und dabei
doch das Außere des Baues
so zu behandeln, daß er „etwas
gleich sieht". Die Klagen über
solche heuchlerische Fa^aden
sind allgemein, und man strebt
schon seit Jahren danach, nicht
den für manche Gegenden
und manche Baulustige un-
entbehrlichen putzbau zu be-
seitigen, sondern den ihm und
nur ihm eigenen Materialstil
zu schaffen. Der Verfasser des
oben genannten Werkes, der
als ehemaliges Mitglied des
Hauberriffer'schen Baubureaus
zu München und als jetziger
Lehrer an der Baugewerk
schule zu Königsberg Ge-
legenheit gehabt hat, süd- und norddeutsche Bau-
verhältnisse kennen zu lernen, will Backsteinfeinbau
und Putzbau mit einander vereinigen und sucht,
indenr er für die struktiven Linien der Bauten —
Umrahmungen, Gesimse, Kanten — den Backstein-
feinbau verwendet und den putz allein auf die

Kleiderständer. Kupferarbeit
von !vinhart & Lo., Schiniedeisenarbeit
von Jimmermann 8c <£o., München.
(712 d. w. Gr.) Muster geschützt.

Aunst und Handwerk. 49. )ahrg. Heft IO.

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