Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 77.1927

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Charakter des zarten, baumhaft Sprießenden sichern:
der schlanke, hochgespitzte Turm (in bewußter Lokal-
färbung als individualisierte Parallele zum Turm des
benachbarten Egern geschaffen), der Chor, über dem
sich höher gestaffelt das Langhaus hebt, der Sakristei-
anbau, durch die Steile des Daches Turm und Chor
unlösbar zur Gruppe verbindend. — Naht man sich
aber vom Orte aus, so gewinnen die Formen den
anderen Sinn der Stattlichkeit; die Breite spricht, die

Entschiedenheit der Silhouette, der Reichtum der In-
nenformen; die aus Blöcken gefügte Substruktion,
mit der der Bau den Grund umfaßt; an der West-
und Südseite gibt es die charakteristischen Wage-
rechten der von Karl Killer und Julius Seydler mit
reichen Skulpturen geschmückten Portale; kurz, das
Wurzelnde, Standfeste, straff sich Behauptende erfährt
alle nur mögliche Unterstreichung. — Es ist natür-
liche Anmut, die sich in solcher Weise offenbart, ein

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