Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 77.1927

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mischer Materialien mit anderem Material, z. B. Metall,
sind zulässig. V. Die Ausstellung findet anläßlich der
Tagung der Deutschen Keramischen Gesellschaft in Berlin,
etwaMitte Oktober 1927 in den Räumen der Vereinigten
Staatsschulen für freie und angewandte Kunst statt. Die
Einlieferungsfrist wird noch bekanntgegeben. Die Durch-
führung der Ausstellung erfolgt durch den Ausschuß für
künstlerische Fragen der Deutschen Keramischen Gesell-
schaft. Dieser besteht aus: Dr.-Ing. Hermann Harkort,
Direktor der Steingutfabriken Velten-Vordamm; Dt. Dr.
Nicola Moufang, Direktor derStaatlichen Porzellan-Manu-
faktur Berlin (Vorsitzender des Ausschusses); Dr. Günther
Freiherr von Pechmann, Leiter der Abteilung für Ge-
werbekunst im Bayerischen Nationalmuseum München;
Dipl.-Ing M. A. Pfeiffer, General-Direktor der Staat-
lichen Porzellan-Manufaktur Meißen. Die Prüfung der
einlaufenden Anmeldungen und die Entscheidung über
Zulassung und Nichtzulassung von angemeldeten oder ein-
gegangenen Arbeiten erfolgt im Zusammenwirken des
Ausschusses mit einer Künstlerkommission, bestehend
aus den Herren Prof. Dr. h. c. Karl Albiker, Dresden;
Prof. Adelbert Niemeyer, München; Prof. Bruno Paul,
Direktor der Vereinigten Staatsschulen für freie und
angewandte Kunst, Berlin. VI. Durch Beteiligung an
der Ausstellung unterwirft sich der Ausstellende die-
sen Bestimmungen. Weitere Auskünfte erteilt die Ge-
schäftsstelle der Deutschen Keramischen Gesellschaft,
Berlin NW 87, Wegelystraße 1. Berlin, im Dezemberi92Ü.
Der Ausschuß für künstlerische Fragen der Deutschen
Keramischen Gesellschaft; gez. Dr. Moufang, Vorsitzen-
der; gez. Dr. Harkort; gez. M. A. Pfeiffer; gez. Dr. Frei-
herr von Pechmann.

Musterschutz! Von allenEinrichtungendesMeß-
amtes in Leipzig dürfte die Stelle „Schutz für geistiges
Eigentum“ besonders für Aussteller wie Käufer empfohlen

AUS DEM LEBE

Bayernsaal, Leipzig. Aufder Frühjahrsmesse ist
der Bayernsaal im Leipziger Grassi-Museum erstmals in
der von Prof. Peter A. Danzer geschaffenen Ausgestaltung
in Benützung genommen worden. Im Grassi-Museum
stellen seit Jahren anläßlich derMessen die bedeutendsten
deutschen, neuerdings auch ausländische Werkstätten
aus. Prof. Graul, der Leiter des Grassi-Museums, hat es
verstanden, diese Messeschau hochwertigen Kunstge-
werbes zu begründen und auszubauen und hat damit für
die gewerbliche Kunst einen Mittelpunkt und eine Werbe-

werden. Nichts dürfte dem Erzeuger oder Aussteller will-
kommener erscheinen, als das Gefühl zu besitzen, sein
geistiges Eigentum gegen Nachahmung oder Ausbeutung
geschützt zu wissen. Zur Genüge ist schon hierüber, be-
sonders über die „Fachkommission“ berichtet worden.
Eine auffallende Erscheinung ist aber, daß diese bewährte
Einrichtung noch viel zu wenig in ihrer gesamten Trag-
weite sowie durch ihre Erfolge in allen Kreisen bekannt
ist. Um aber dieser nützlichen Einrichtung Nachdruck
zu verleihen, hat das Meßamt neuerdings Tafeln an den
Eingängen der Meßhäuser anbringen lassen, mit deut-
lichem Hinweis auf das Verfehlen sowie Abstellen von
Nachahmungen, kurz auf die Tätigkeit der Musterschutz-
Kommission. Die Einrichtung und Anbringung dieser
Tafeln muß daher dankbarst begrüßt werden! In der
heutigen lockeren Zeit ist der geistige Schutz von beson-
derer Bedeutung, denn kaum ist etwas Neues, Geschmack-
volles auf dem Markte erschienen, wird versucht, diese
Neuheit billiger und schlechter nachzumachen. Dieser
Zustand ist äußerst betrübend! Wie schwer es aber heute
ist, etwas Originelles, Geschmackvolles zu erfinden oder
zu schaffen, weiß eigentlich nur derjenige, welcher „im
schaffenden Leben“ steht. Wie schädlich aber Nach-
ahmungen in ihrerTragweite sind, ist schwer festzustellen,
doch wäre es am Platze, wenn die Geschädigten ihre
Rechte geltend machen würden durch Vergütung des
erwachsenen Schadens. Diese Medizin dürfte zweifellos
am besten für die Nachempfinder oder Veranlasser von
Nachahmungen wirken. Im Interesse des Ansehens der
deutschen Wertleistung dürfte es geboten erscheinen,
wenn alle Kreise von dieser nützlichen Einrichtung der
Musterschutz-Kommission am Meßamte Gebrauch ma-
chen wollten. Prof. Jean Beck

Redaktionelles. Das letzte Heft wurde irrtüm-
lich mit Heft 1 statt mit Heft 1/2 bezeichnet.

N DES VEREINS

möglichkeit geschaffen, die ideell wie wirtschaftlich gar
nicht hoch genug geschätzt werden können. Mehr als auf
den meisten Ausstellungen geben diese halbjährigen
Messeveranstaltungen im Grassi-Museum dem Kunst-
gewerbe Gelegenheit zu friedlichem Wettstreit, zur Dar-
bietung des Geleisteten vor einer breiten internationalen
Öffentlichkeit, zur Hebung seiner Geltung und zum An-
schluß an den Absatz. Daß es für Bayern von entschei-
dender Wichtigkeit war, hier in würdigerWeise vertreten
zu sein, lag auf der Hand. Es ist ein Verdienst des Baye-

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