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Martin, Rudolf
Lehrbuch der Anthropologie in systematischer Darstellung: mit besonderer Berücksichtigung der anthropologischen Methoden ; für Studierende, Ärzte und Forschungsreisende ; mit 460 Abbildungen im Text, 3 Tafeln und 2 Beobachtungsblättern — Jena, 1914

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.37612#0044
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22

Allgemeiner Teil.

Gelblich-
weiße Haut

(Gestülpte Nase, kleine Statur.
brachykephal.
[Gerade oder konkave Nase, geringe
Statur, nreso- bis dolichokephal,
vorstehende Wangenbeine . . .
Gerade Nase, mittlere Statur, stark
brachykephal.
Fahlgelbe Haut, vorstehende Wangenbeine, Mongolen-
falte, leicht brachykephal.

Lappländer
Ugrier
T u r k o - T a t a r e n
Mongolen

26

27

29

Speziell für Europa ergeben sich unter Berücksichtigung der
Komplexion, Körpergröße und des Längen-Breiten-Index nach DExncER
die folgenden 6 Rassen:
1) die nordische Rasse: blond, dolichokephal und groß (Homo
europaeus verschiedener Autoren);
2) die östliche Rasse: blond, leicht brachykephal (Index 80—83,3)
und klein;
3) die iberische Rasse: brünett, dolichokephal und klein (Homo
meridionalis);
4) die westliche Rasse: brünett, sehr brachykephal und klein
(Homo alpinus);
5) die Atlanto-Mittelmeer-Rasse: brünett, mesokephal (Index
75—77,7) und groß;
6) die adriatische oder dinarische Rasse: brünett, brachykephal
(Index über 83,3) und groß.
Gegen die Selbständigkeit einiger dieser Rassen sind aber Bedenken
geäußert worden, und G. RETzius (1909) erkennt nur die folgenden
drei Subvarietäten der Yarietas Europaea des Homo sapiens als sicher
fundiert an:
1) eine nordeuropäische, dolichokephale, blauäugige, große Rasse,
identisch mit LiNNEs Homo europaeus, A. RETzius' dolichokephalem
Germanentypus, der teutonischen oder nordischen Rasse;
2) eine mitteleuropäische, brachykephale, dunkelhaarige, dunkel-
äugige, kleine Rasse, identisch mit A. RETzius' slawischem oder
rhätischem Typus, dem Homo alpinus vieler Autoren;
3) eine südeuropäische, dolichokephale, dunkelhaarige, dunkeläugige
und kleine Rasse, identisch mit Homo mediterraneus vieler Autoren.
Lappen und Finnen sind in diesen Einteilungen als ursprünglich
Europafremde, d. h. wahrscheinlich erst aus Asien Zugewanderte nicht
berücksichtigt.

Ein neuester Versuch, ein System der Hominidae aufzustellen, ist
von SBRGi (1912) unternommen worden. Er unterscheidet unter den
lebenden Hominiden 3 Genera, 11 Species und 41 Varietäten und Sub-
varietäten. Sein System ist aber so sehr mit Hypothesen durchsetzt,
daß es sich zu einer Wiedergabe an dieser Stelle nicht eignet.

B. Anthropoiogische Methoden.
Jede fruchtbringende anthropologische Arbeit hat die genaue
Kenntnis der anthropologischen Methodik nach ihren verschiedenen
Richtungen hin zur Voraussetzung. Zahlreiche mühsame und zeit-
 
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