Paulus, Eduard [Editor]; Württemberg / Statistisch-Topographisches Bureau [Editor]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 60): Beschreibung des Oberamts Balingen: mit fünf Tabellen, einer geognostisch kolorirten Karte des Oberamts und drei lithographirten Ansichten — Stuttgart, 1880

Page: 434
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Ortsbeschreibung.

nach dem 30jährigen Kriege aber wurde letzteres der Pfarrei
Lautlingen zugetheilt und erst im Jahre 1810 wieder zu eiuer
eigeueu Pfarrei erhoben (s. Margrethauseu). — Jn den Jahren
1801—1808 bekleidete die hiesige Pfarrei Jguaz Demeter vou
Augsburg, später, 1836 —1842, Erzbischof zu Freiburg (Neher,
Statist. PersouaOKatolog des Bisthums Rotteuburg 362. 363).

16. Margrethanseil,

Gemeiude III. Klasse, mit 328 Einw., worunter 23 Evaug. u. Margret-
hausen, Pfarrdorf, 321 Eiuw.; d. Ochsenbcrg, Hof, 7 Einw. Die Evaug.
siud nach Pfefsingen eingepfarrt.

Der Ort liegt in dem nach ihm genannten obern (uord-
südlichen) Theil des Eyachthals, kurz ehe dasselbe uach Westen
umbiegt, daher mit Aussicht sowohl in jeues, als in das Laut-
linger Thal, rechts und liuks von den gewaltigcn felsigen Höhen
des Heersbergs und des Burgbergs flankirt, die durch die
Schluchten des Käsenthalbachs und des Ochsenthalerbachs von
den Hauptplateaus abgeschuitten sind, so daß ähnlich wie bei
Pfesfingen ein Thalkessel entsteht, in welchen das Dörslein sammt
dem weithin sichtbaren Kloster mit Kirche friedlich eingebettet
liegt. Obstbäume, Wiesen und murmelnde Wässerlein, die srei-
lich bei Regengüssen oft wüthend überschwellen, erhöhen den
freundlichen Eindruck. Die Straßen sind chaussirt, meist ge-
kandelt und reinlich gehalten; die Häuser vielsach alte Holzhäuser
(aus der Zcit nach dem dreißigjährigen Kriege), manche mit
sinnigen Jnschriften, z. B. an der Wand eines Schlafzimmers:

„Allhier ist mein zeitliches Schlafkämmerlein;

Da steht der Tod und wartet meiu." 1753.

Unser erster Gang gilt dem Klösterlein, das mit der statt-
lichen Kirche zu St. Margarethen von nmmauertem Garten um-
geben auf der nntersten niederen Terrasse gegen den Heersberg
hin sich erhebt, die von einein theilweise noch erhalteuen Graben
geschützt war. Der wohlverwahrte Kirchhof zeigt schöne schmied-
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