Paulus, Eduard [Editor]; Württemberg / Statistisch-Topographisches Bureau [Editor]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 60): Beschreibung des Oberamts Balingen: mit fünf Tabellen, einer geognostisch kolorirten Karte des Oberamts und drei lithographirten Ansichten — Stuttgart, 1880

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Winterlingen.

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2. Aufl. 3,32 und Beil. Nr. 26; 4,68). Nach der Refor-
matiou aber murdeu Weilheim uud Waldftettetl wieder Filiale
vou Frommeru, wie sie dies uoch heutzutage sindD)

-^) Die nach Hohenzoller. Forschungen 1, 203 Anm. 36 im I.
1379 erwähnte Klanie zn Weilheim wird in Nounm. ^olleran. 1, 235
vergl. m:t 558 auf Weilheim (zoller. O.Amt Hechingen), bezogen und
in unserem Weilheim hat sich jedenfalls keine Erinnernng erhalten, dasi
hier dereinst eine Klause gewesen sei.

30. Wjnterljngen,

Gemeinde III. Kl., Pfarrdorf mit Marktgerechtigkeit, mit Riedmühle,
2224 Einw., woruntec 66 Kath., welche nach Lautlingen eingepfarrt
sind, 17 eigener Konf. und 1 Jsr.

Winterlingeu liegt auf dem zwischen Schmiech und Lau-
chart sich erstreckenden Theil der Hardt, der sich nach vorne zur
Donau und rechts und links gegen die genannten Flüsse etwas
senkt, in fast ganz freier, nur gegen Norden durch die Bitzer
Höheu einigermaßen geschützter Lage, melche weithin schöne Aus-
sichten, nach Süden bis zu den Alpen gewährt.

Der weitläufige Ort mit gut chaussirter und gekandelter
Hauptstraße, einzelnen stüdtischen Gebäuden und vielen kräftige-n
Bauernhäusern in Holzarchitektur macht im allgemeinen einen
freundlichen nnd guten Eindruck.

Auf der Ostseite des Orts, vom traulichen lindenbewach-
senen alten Kirchhof (an welchen sich weiterhin seit 1838 der
neue anschließt) umgeben, erhebt sich mit gegen die Straße (W.)
vorspringendem Thurm die stattliche Kirche. Sie ist ihrem Ur-
fprung nach wohl sehr alt. Neben den noch vorhandenen ein-
zelnen gothischen Fenstern wurden moderne flachbogige eingebrochen,
welche das Jnnere trotz weitläufiger und doppelter Emporen
hell und freundlich machen. Die getäferte Decke zeigt z. Th.
uoch hübsche Blumenornamente, fomie Bilder Christi und der
Maria im Gefchmack der Spätrenaissance, welcher auch Brust-
bilder der Apostel an der Empore angehören, fowie der an der
Orgel angebrachte Crucifipus, indeß der kleine Taufstein älter,
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