Paulus, Eduard [Editor]; Württemberg / Statistisch-Topographisches Bureau [Editor]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 60): Beschreibung des Oberamts Balingen: mit fünf Tabellen, einer geognostisch kolorirten Karte des Oberamts und drei lithographirten Ansichten — Stuttgart, 1880

Page: 458
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rtsbeschreibung.

Vom 13. bis in die Mitte des 15. Zahrhunderts konnnt
eine adetiche Fannlie vor, die sich nach Digisheim, sei es Ober-
oder Unter-Digisheim nannte, wahrscheinlich aber zu Ober-Digis-
heim ihren Sitz hatte. Jhr gehören mit mehr oder weniger
Sicherheit an: Heinrich von Tigishain, im Jahre 1275 Pfarr-
Rektor zn Ueberkingen (OA. Geislingen. ^— Freib. Diöces.-Arch.
1, 99), Konrad u. Schwigger von Digenshein, zugleich mit dem
Notar Heinrich von D. den 16. März 1279 Zenge Albers
von Werrenwag und Hugos von Wildeck, Berchtold von Tigens-
hain den 12. Juli 1291 Besitzer eines hohenbergischen Lehen-
hofes zn Schömberg (Nonnm. Koliond. 58,99), ? Mechthild
von Tigenschein den 6. Dezember 1325 als Aebtissin des Klosters
Wald genannt (Zeitschr. f. Gesch. des Oberrheins 10, 458 — 460),
Johann von Tigesheim nms I. 1360 Lehensmann des Frauen-
stifts Waldkirch hinsichtlich der Höse Tutschfelden und Wagen-
stadt sowie zn Adelhaufen (Freib. Diöcesanarchiv 3, 136), Hans
von D. im I. 1432 in Rottweil (Langen, Rottweil 393), der-
selbe mit Hans von Dürrmenz den 19. Nooember 1437 Ver-
käufer einer Korngult zn Oberachern (Freib. Diöc. Archiv 2,332),
Heinrich von D. im I. 1440 in Rottweil, Bnrkhard von D. 1446
Rathsherr, 1452 Spitalmeister zu Rottweil (Langen a. a. O>.)

Ober-Digisheim bildete einen Bestandtheil der zollerischen
Herrschast Schalksbnrg nnd kam mit ihr den 3. Nov. 1403
an Wnrttemberg (S. 279, vergl. auch S. 283). Die Vogtei
der Kirche und der Kirchensatz zu Oberthigesen, Leute und Gnter
daselbst, werden übrigens in den bereits erwähnten Urkunden vom
22. April 1253, 12. Upril 1303 und 3. Febr. 1305 als zu
dem, unter zollerischen Schutz gestellten Kloster Beuron gehörig
genannt (vergl. S. 409).

Jm I. 1425 errichteten Hans von Thierberg und Kloster
Beuron einen Vergleich über Leibeigene zu Meßstettcn und Tigis-
heim und im I. 1487 verkaufte Burkhard vou Thierberg diesem
Kloster 2 Leibeigene an den genannten Orten um 5 Pfd. Hllr.
(Württ. Jahrbb. 1838, 209).

Den 14. Juli 1607 verglichen sich Ober-Digisheim und
Obernheim (OA. Spaichingen) wegen des gemeinen Triebs und
Weidgangs.

Ein abgegangener Ort bei Ober-Digisheim war Aeggel-
kofeu. Leute und Güter zu Ecklichouen, Aeklikon, werden wenig-
stens in den soeben erwähnten Urkunden vom 12. April 1303
und 3. Febr. 1305 gleichfalls genannt. Sodann gab Aebli Matz,
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