Institut Français d'Archéologie Orientale <al-Qāhira> [Editor]; Mission Archéologique Française <al-Qāhira> [Editor]
Recueil de travaux relatifs à la philologie et à l'archéologie égyptiennes et assyriennes: pour servir de bullletin à la Mission Française du Caire — 23.1901

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DIE GRIECHISCHEN FORMEN FUR DEN NAMEN DES GOTTES THOT

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DIE GRIECHISCHEN FORMEN FUR DEN NAMEN DES GOTTES THOT

von

WlLHELM SpIEGELBERG

R. Pietschmann hàt in seinem Hermès Trismegistos, S. 31 in dankenswerter
Weise die gricchischen Formen des Gottesnamens Thot zusammengestellt. Nur
weniges ist der Liste hinzuzufùgen urid nur einige Formen1, die irrtùmlicherweise
registriert worden sind, zu streichen. Hier soll der Versuch gemacht wcrden, die
lautliche Erklàrung fur die verschiedenartigen griechischen Transcriptionen zu geben.

Die alte Form des Gottesnamens lautet im Aegyptischen d( T)hwW \ vokalisierst
D( T)h°wtej, eine Bildung wie S]°wtej Siut. Wie aus letzterer Form «oo-s-r so wurde
aus ersterer ooottt (A. Z., 1883, S. 95)3. Neben dieser sahidischen4 Form frndet sich
auch Kehyon : Pap. Brit. Muséum die boheirische Form ewouT. Dièses 0wout wurde in
0wt kontrahiert, ganz so wie im Koptischen neben Ttoorn sich Tom findet 3. Aus diesem
Thot (e<ot) ergeben sich folgende weiteren Formen :

1. eouô6.

Das ist die achmimische Form fur Vgl. Stem in A. Z., 1886, S. 130.

2. 6aT.

Die faijumische Form des Namens. So steht in diesem Dialect juuuuvreu fur
AiJULcoTïi. Vgl. auch die Eigennamen nauSôtç fur nàou&Otç7.

Von 6wt ist auch die tonlose Form 0st- abzuleiten, welche in dem Namen
OeGfjiw<yiç steckt, wâhrend clas 0out- in zusammengesetzten Namen aus tonlosein Thewt
(aus ooott) zu erklâren ist, denn aus ëw entwickelt sich ganz regelmâssig u. In dem
n. pr. 0otc7ù[to[ji.]8 ist der Gottesname nur wenig verkiirzt, da er neben dem Hauptaccent
einen Nebenton hatte, und noch nicht ganz enttont war wie in den eben genannten
ofïenbar weit jtingeren Verbindungen9. Dièse volière verkùrzte Form zeigt auch SevOo-
xe'kr^9, 0oTopTaToç10, u. a. Eigennamen.

Eine wesentlich stârkere Verktirzung, die an VerstUmmelung grenzt, liegt in
©uaùTop.11 vor, wo das t von Tkyt vor s abgefallen ist12, und in nasTcor/jç (n° 172), TaTwouç
(n° 359).

1. Streiche insbesondere Bcc^ç, Twxrjç, Ta6 in ©aÔ-^-iç. Dièse Eigennamen haben mit dem Gottesnameu
nichts zu thun.

2. T + /i wurde regelrecht 0.

3. Ich gebrauche hier sahidisch, boheirisch und faijumisch in dem Sinn, dass die betreffenden. Formen
denen der drei Dialekte entsprechen. Es kônnen natùrlich nocb andere, einstweilen noch nicht beka,nnt
gewordene Mundarten in Betracht kommen.

4. Vgl. dazu Sethe : Verbum, I, § 171.

5. G und t wechseln unterschiedslos; s. Spiegelberg : Demot. Studien, I. S.

6. Ibid., S. 24*, n° 166. Und Hess : Gnost. Papyrus, London, Einltg. S. IX,n° 3.

7. Ibid., n° 90, S. 15*.

8. Ibid., S. 24.

9. Ibid., n° 271, S. 39*.

10. Z. B. Pap. Strassburg D. 6 fnach Grenfells Lesung).

11. Ibid., n° 90, S. 15*.

12. Vgl. euj^pe aus* eTuj&pe, SteindorJJ: Kopt. Grain., § 492.
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