Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft — 22.1928

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BESPRECHUNGEN.

Heiligenaüribute (S. 605—606) und ein Verzeichnis der Patronate der Heiligen für
Berufsstände und in verschiedenen Anliegen (S. 607) beschließen den Band.

So enthält er alles, was man von ihm zu erwarten berechtigt ist, und überdies
so, wie man es zu erwarten berechtigt ist. Nur in einem Stück bleibt er hinter dem
etwas zurück, nämlich bezüglich der Illustration, die man noch reicher wünschte
als sie ist. Aber was an Abbildungen gegeben ist, und dessen ist immerhin nicht
wenig, ist, wie die ganze Ausstattung, ausgezeichnet. Ein willkommenes, würdiges
und unentbehrliches Seitenstück zu Stadlers bekanntem großem Heiligenlexikon ist
dieser Band mithin das reife Werk eines Kirchenhistorikers und eines Kenners der
älteren christlichen Kunst, das den Meister lobt und das viele als Quelle reicher
Belehrung dankbar gebrauchen werden.

Berlin. Georg Stuhlfauth.

Gesellschaft für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft.

Die Berliner Ortsgruppe der Gesellschaft für Ästhetik und allgemeine Kunst-
wissenschaft hat ihre Vorträge in den Jahren 1926 und 1927 regelmäßig fortgesetzt
und ist damit lebhaftem Interesse begegnet. Im Sommerhalbjahr 1926 wurden drei
Vorträge veranstaltet. Am 7. Mai sprach Dr. med. et phil. Arthur Kronfeld über
»Psychologie des Schöpferischen«:, am 4. Juni Privatdozent Dr. Johannes von Allesch
über »Farbenästhetik« und am 2. Juli Professor Dr. Curt Sachs Berlin über »Musik
und bildende Künste im Rahmen der allgemeinen Kunstgeschichte«. Allen drei Vor-
trägen folgte gemeinsame Aussprache, unter Beteiligung von Professor Dessoir,
Dr. von Allesch, Professor Wulff, Dr. G. Hamburger. Im Winterhalbjahr 1926/27 er-
höhte sich die Zahl der Veranstaltungen auf vier. Zuerst behandelte Dr. Hugo Bieber-
Berlin das Problem: »Literaturgeschichte als Geistesgeschichte «, und zwar am 12. No-
vember 1926; es folgte am 17. Dezember ein Vortrag des Stuttgarter Professors
Dr. Hans Hildebrandt über » Das Raumproblem in der Malerei der Gegenwart-
mit Lichtbildern. Zu lebhaften Erörterungen gab der durch reiches Material an Zeich-
nungen erläuterte Vortrag des Oberschulrats Franz Hilker Anlaß, der am 28. Ja-
nuar 1927 über -Die Kunstbetrachtung in der Schule» sprach; Professor Dessoir
Professor A. Meyer, Lektor Rudolf Stumpf beteiligten sich unter anderen an der
Diskussion. Gegenstand der vierten Veranstaltung — am 25. Februar 1927 — war
eine Besprechung des Themas Der Aufbau und Ablauf des ästhetischen Aktes in
phänomenologischer Betrachtung- durch Herrn Studienrat Dr. Odebrecht; er fand-
Ergänzung durch Bemerkungen von Professor Dessoir, Dr. Hans Kern, Dr. H. H.
Grunwaldt. — Die Vortragsreihe des Sommerhalbjahrs 1927 wurde am 20. Mai er-
öffnet durch Dr. Hans Mersmann, der den -Formbegriff der Instrumentalmusik er-
örterte. Am zweiten Abend — dem 24. Juni — gab Dr. Helene Herrmann eine
Analyse des Shakespeareschen Macbeth. Den dritten Vortrag hielt am 22. Juli Pro-
fessor Dr. Oskar Wulff zu dem Gegenstand: «Die Anwendbarkeit der poetischen
Kategorien auf die bildenden Künste-; dieser Vortrag fand — wie alle von Licht-
bildern begleiteten Vorträge — in einem Hörsaal der Universität statt, während
sonst in der Regel das Philosophische Seminar der Universität als Sitzungsort dient.
— Von den für das Winter-Semester 1927/28 geplanten Vorträgen haben bisher zwei
stattgefunden. Dr.-Ing. Paul Zucker behandelte am 25. November -Die Überspan-
nung des Zweckbegriffes in der Architektur« (mit Lichtbildern); über Das Kunst-
werk und die außerästhetischen Werte« sprach am 16. Dezember Dr. Helmut Kuhn;
in der Aussprache ergriffen Professor Dessoir und Dr. von Allesch das Wort. Die
letzte Sitzung des Winterhalbjahrs wird am 27. Januar 192S stattfinden. Ein japa-
nischer Kunstgelehrter, Professor Tsuneyoshi Tsudzumi (Nagoya) wird das japa-
nische Naturgedicht erläutern.
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