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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 17.1892

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https://doi.org/10.11588/diglit.37655#0028

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DIE SIBYLLINISCHE QUELLGROTTE IN ERYTHRAE

Bei Lythri1, dem inmitten der Ruinen des alten Erythrae
liegenden elenden Dorfe, ist im verflossenen Sommer (1891)
ein merkwürdiger Fund gemacht worden, von welchem ich
Anfang August in Smyrna hörte und las2: die Höhle der ery-
thräischen Sibylle, deren Grabschrift und andere merkwür-
dige Dinge sollten gefunden sein. Ich begab mich daraufhin
sofort an Ort und Stelle: im Folgenden fasse ich das, was zu
ermitteln und festzustellen mir gelungen ist, zusammen.
Meine Mitteilungen sind in Folge des mir von dem geldgie-
rigen Finder entgegengesetzten Widerstandes lückenhaft; ich
gebe trotzdem das Vorhandene, weil Vollständigeres kaum zu
erwarten ist und ausser einigen griechischen Altertumsfreunden
bis jetzt ich allein die in Rede stehenden Dinge gesehen habe.
Am O-Fusse des gewaltigen Burgberges von Erythrae gra-
bend hat ein Grieche aus Lythri. Jani Tschakufis eine künst-
liche Grotte aufgedeckt. Dieselbe befindet sich —für den von
S. herkommenden — hart links am Wege zum Dorf, dessen
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So die heutige griechische Form (Λυθρί), während die türkische Li tri
ist; Chandler hörte sogar Ritre ( Voyages I, 199. Deutsche Übersetzung S.
126. Cramer, Asia Minor I, 349).
2 Die erste Nachricht von dem Funde nebst Mitteilung und kurzer Be-
sprechung der Inschriften wird dem wohlbekannten und hochverdienten Al-
tertumsfreunde Herrn Fontrier in Smyrna verdankt, welchem zwei Freunde
ihre an Ort und Stelle gemachten Notizen und Abschriften zugesandt hatten
('Αρμονία 26 Ιουνίου und 1 Ιουλίου 1891). Einen schnell entworfenen Arti-
kel sandle ich noch im August an die Wochenschrift für klass. Phil. (1891
S. 1040), einen Nachtrag dazu s. daselbst S. 1245. Nach Fontrier’s und
meinen Mitteilungen veröffentlichte sodann Ivondoleon die Inschriften im
Νεολογος in Konstantinopel und nochmals in der Νέα Σμύρνη 11 Nov. 1891.
Wie es scheint lagen ihm das zweite Mal neue Stücke der Weihinschrift
mit καί τοΐς αΰτοκράτο[ρσι], [τη γλυκυ]τάτη πάτριοι u. a. vor, doch ist auf die-
sen Abdruck zunächst nicht weiter zu bauen.
 
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