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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 17.1892

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https://doi.org/10.11588/diglit.37655#0159

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INSCHRIFT VON TEoS

Die von Judeich in diesen Mittheilungen Χ\Ί, 291 ff. ver-
öffentlichte Inschrift von Teos ist auch sprachlich von Inte-
resse. Zwar das Z. 14 und 16 zu lesende Wort χλάνδιον, dessen
Verhältniss zu χλαϊνα und zu χλχαυς hier nicht untersucht
werden kann, ist nicht, wie der Herausgeber meint, neu, son-
dern findet sich auch in dem zuerst von C. Curtius, Inschrif-
ten und Studien zur Geschichte von Samos veröffentlichten In-
ventar des samischen Heraions Z.30: χλάνδιον ά.λο(υ)ργοΰν und
Z. 36 χλάνδια δύο άλο(υ)ρ'ρά ; vgl. Bechtel, Die Inschriften des
ionischen Dialekts (Abhandlungen der Gesellschaft der Wis-
senschaften zu Göttingen Bd. 34) S. 130. Wol aber verdient
die Inschrift als ein Denkmal der Übergangsperiode von Io-
nisch zu Attisch Beachtung. Unter den Attizismen sind neben
ερίων Z. 14, was είρίων zu lesen die sonstige Orthographie
dieser Inschrift verbietet, Ιατρικού Z. 1 1, -οις als regelmässiger
Endung des Dativ Plur., τελών Z. 2 als Genetiv Plur. beson-
ders zwei hervorzuheben. Erstens das häufige άτέλεια, wofür
ionisch άτελείη zu fordern ist und bei Herodot 1,51. 3,67.
9,97 und in der Inschrift von Kyzikos /. G. A. 4 91. 3 that-
sächlich belegt ist. Doch hat die attische Form, offenbar in
Folge ihres amtlichen Charakters, schon zu Anfang des vierten
Jahrhunderts im kleinasiatischen lonien Eingang gefunden.
Sie findet sich bereits in dem erythräisehen Volksbeschluss
von 394 zu Ehren Konons (Dittenberger, Sylloge 53,6), dann
in einem ebensolchen aus der Zeit des Bundesgenossenkrieges
(daselbst 84,9), sowie in den nächstfolgenden Jahrzehnten
in lasos und Zeleia, überall, was bemerkenswert ist, mit dem
gut ionischen προεδρίη verbunden. Zweitens gehört hierher das
vom Herausgeber in zwei Worten geschriebene eixg Z. 19.
Man könnte zwar auch an ή άν denken, da die attische Aus-
sprache und Schreibung ει für η, die jetzt auch in den dubli-
ner Papyri des dritten Jahrhunderts in zahlreichen Beispielen
begegnet, auch dem ionischen Sprachgebiet und zwar schon
 
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