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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 17.1892

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https://doi.org/10.11588/diglit.37655#0297

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HEROENOPFER AUS MAGNESIA AM MAIANDROS
Das nach einer Photographie Karl Humann’s hier wieder-
gegebene Relief befindet sich seit einigen Jahren auf dem
Platze vor der Polizeiwache der Eisenbahnstation Baladjik.
Nach Angabe der Leute ist es aus Teke, einem armseligen
Tscherkessendorf, das heute einen kleinen Teil des Stadtge-
bietes von Magnesia am Maiandros einnimmt, dahin gebracht
worden. Das Relief ist unvollendet, besteht aus grobkörnigem
weissem Marmor und ist breit l,22m, hoch 0,63, dick 0,34.
Links ist es gebrochen, seine Hinterfläche ist rauh; auf der
Oberkante finden sich zwei Dübellöcher.
Auf der linken Hälfte des Reliefs stehen zwei Männer, von
denen der am meisten links stehende einen kurzen Chiton
mit Kurzärmeln und darüber gehängter Chlamys trägt. Der
Andere, in langem Gewände, hält in der Linken ein Kästchen.
Die Mitte nimmt ein in ganz flachem Relief angedeuteter
brennender Altar ein, dem sich von rechts ein grosser Buckel-
ochse (Zebu) zuwendet. Ganz rechts steht ein Baum, an dem
sich eine Schlange emporringelt.
Dies Relief schien mir trotz seiner schlechten Ausführung
wert zu sein, dass es im Bilde festgehalten wird. Schlange
und Altar weisen auf ein Heroenopfer, das ein Mann mit sei-
nem Diener darbringt. Der Zebu als Opfertier erscheint ebenso
z. B. auf dem Relief des aus unserer Nachbarstadt Priene
stammenden Archelaos; vgl. auchK. Graf Lanckoronski, Städte
 
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