Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 17.1892

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FUNDE

mykenische Vasenscherben gefunden batten, war es uns nicht
mehr zweifelhaft, dass hier das alte Mideia angesetzt werden
muss. Die Burg beherrscht die argivische Ebene vollständig;
das ganze Land von Nauplia bis Argos und von Argos bis
Mykenai, einschliesslich der vielen Seitenthäler, liegt wie
eine Karte von den Augen des Besuchers.
Mehrere Stücke der alten Burgmauer haben wir photogra-
phirt und können die Bilder vom athenischen Institute bezo-
gen werden. Ihre Bauart ist noch unregelmässiger wie die der
Burgmauern von Tiryns und Mykenai. doch darf daraus nicht
ohne Weiteres auf ein höheres Alter geschlossen werden.
Ausgrabungen irgend welcher Art sind bisher in Mideia noch
nicht ausgeführt worden ; im oberen Teile der Burg, wo der
Fels zu Tage liegt, sind sie auch unmöglich, dagegen würden
auf den unteren Terrassen, welche eine hohe Erdanschüttung
besitzen, Grabungen gewiss erfolgreich sein.
5. In Epidauros hat Herr Kavvadias seit dem vorigen
Jahre seine Ausgrabungen in dem grossen Gymnasion fortge-
setzt und mehrere der Zimmer aufgedeckt, welche den gros-
sen Mittelhof umgeben ; auch das kleine römische Theater,
welches eine Ecke dieses Hofes einnimmt, ist jetzt ganz frei-
gelegt. Sodann hat er das Theater des Polyklet ganz ausräu-
men und seine zerstörten Sitze, soweit die alten Steine noch
erhalten waren, wiederherstellen lassen. Eine sehr wichtige
Inschrift aus Epidauros wird bald von Herrn Stai's veröffent-
licht werden ; sie ist, wie der Herausgeber erkannt hat, wahr-
scheinlich die Baurechnung von der berühmten Tholos des
Polyklet. Da durch diese Inschrift nicht nur das Alter, son-
dern auch die Bestimmung des prächtigen, aber in mancher
Beziehung rätselhaften Baues ermittelt werden kann, so wird
ihre Veröffentlichung mit grosser Spannung erwartet.
6. In dem Theater von Sikyon hat das amerikanische
archäologische Institut, welchem die Aufdeckung dieses inte-
ressanten Gebäudes verdankt wird, nachträglich kleinere Aus-
grabungen vornehmen lassen, um festzustellen, ob auch dort,
pbenso wie in Efetria, eine unterirdische Verbindung zwi-
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