Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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ZUM BHRENDECRET VON ANDROS IG. XII 5, 714.

Während des mir vom k. k. Ministerium für Kultus und
Unterricht in Wien und von den mir Vorgesetzten Behör-
den bewilligten Urlaubes für das Sommersemester 1910
hatte ich Gelegenheit, die an landschaftlichen Schönheiten
überaus reiche Insel Andros aufzusuchen, deren Inschriften
sich durch gelegentliche Funde mehren (F. Hiller v. Gaer-
tringen, AM. XXXIV 1909, 1 85 -187), und deren Durchfor-
schung vom epigraphisch-historischen Standpunkt mir von
meinem geschätzten Lehrer, Herrn Professor Dr. Julius Jüth-
ner, nahe gelegt worden ist.
Gelegentlich dieses Besuches habe ich dank der wirk-
samen Empfehlungen der Herren Ephoros G. Byzantinos, Pro-
fessor Dr. G. Karo und Professor Dr. A. v. Premerstein, für
dessen freundschaftliche Hilfsbereitschaft ich mich besonders
verpflichtet fühle, sämtliche Inschriften, soweit sie ausfindig
gemacht werden konnten, einer Nachprüfung unterzogen.
Das Ergebnis dieser Nachprüfung, sowie die im Museum
von Andros, dem Hauptorte der gleichnamigen Eparchie,
und in Palaeopolis, der Stätte der antiken Hauptstadt Andros,
von mir neu aufgenommenen Inschriften bilden den Gegen-
stand dieses und anderer Aufsätze, die ich demnächst zu ver-
öffentlichen gedenke.
Den Reigen der in Andros gefundenen und in den IG,
XII 5 abgedruckten Inschriften eröffnet der mit Nr. 714 be-
zeichnete Beschluss des Rates und Volkes der Andrier, einen
Mann, dessen Namen die bisherigen Herausgeber nicht ge-
lesen hatten, zu beloben und mit einem goldenen Kranze zu
ehren. Derselbe Beschluss verordnet auch, die Soldaten zu
beloben, die zur leichteren Verproviantierung der Stadt bei-
getragen hatten. Es ist eine Tafel von weissem Marmor,
h. 0,385, d. 0,085. Sie wird gegen das untere Ende beinahe
unmerklich breiter, oben 0,325, unten 0,345 br. Die Grösse
ATHENISCHE MITTEILUNGEN XXXVI !
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