Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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ATHLETENKOPF IN ATHEN.
(Hierzu Taf. VII).

Der auf Tafel VII zum ersten Male mit Herrn Director
Stais' gütiger Erlaubnis abgebildete Kopf des Athener Na-
tionalmuseums erscheint als Nummer 461 in den Katalogen
von Kavvadias und Kastriotis, als Nummer 666 bei Sybel.
Keiner von den dreien bringt eine Angabe der Provenienz,
die sich auch sonst nicht ermitteln lässt. Doch dürfte gerade
das Fehlen einer Fundangabe, wie das Material, sehr feiner,
pentelischer Marmor, den Schluss auf Athen als Fundort
erlauben.
Leider ist der Kopf in einem sehr ungünstigen Zustande
erhalten. Der Hals ist knapp unter dem Kinn gebrochen,
ausserdem fehlt auf der rechten Seite ein grosses Stück; das
an dieser Stelle Erhaltene wird durch eine Linie begrenzt,
die vom vorderen Halsansatz über die Wangenmitte bis fast
zum Scheitel, dann längs des Scheitels bis zum hinteren
Ansatz des Halses läuft; das hier fehlende, wie ein Stück
des Halsansatzes links, ist durch Gips ersetzt. Ebenso ist der
linke Nasenflügel stark bestossen und mit Gips verschmiert,
auch sonst sind kleine Stücke abgesplittert. Vom Halse ist
nur rückwärts ein schmaler Streif von ungefähr 6 cm Länge
erhalten. Die Gesamthöhe, rückwärts gemessen, beträgt 1 9,8 cm,
die Gesichtslänge vom Haaransatz bis zum Kinnrand 1 3,8 cm,
der Schädellängsschnitt 16,1 cm. Das Maass des Schädelquer-
schnittes ist infolge der ergänzten rechten Seite nur annä-
hernd auf 14,5 cm zu bestimmen. Im Allgemeinen verrät die
Arbeit eine recht geschickte, saubere Hand. Das lässt sich
vor allem an der sorgfältigen Bildung der Einzelheiten und
an der feinen Glättung der leicht gelblich getönten Ober-
fläche erkennen, welche allerdings durch einen ungeschickten
Versuch, den Kopf zu putzen, und durch mehrere moderne
Kratzspuren im Gesicht empfindlich gelitten hat.
ATHENISCHE MITTEILUNGEN XXXVI 1 3
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