Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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AUS DER ARGOLIS

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gen westlich davon ausserhalb der Stadt lagen. Es sind das
der podienartige Unterbau eines Tempels, über dem sich
jetzt die Kirche "Ay. Ta^tctpxh5 erhebt, und nördlich davon
eine etwa 70 Schritt (100 antike Ellen) lange Mauer mit er-
haltenen Aussenecken, die am ehesten zu einer grossen
Halle gehörte. Wahrscheinlich sind das die Reste des von
Pausanias beschriebenen Chthonia-Temenos und speciell des
Haupttempels und der Echohalle. Aus der Beschreibung war
nicht sicher zu ersehen, ob das Heiligtum vor den Mauern
lag, und der Nachweis ist um so interessanter, weil Legrand
in Troizen dasselbe für den Hippolytos-Bezirk gezeigt hat.
Am NW-Ende der Stadtmauer sind Reste eines Tors zu er-
kennen, offenbar des nach Mases führenden, auf dessen In-
nenseite das Eileithyia-Heiligtum lagh Die Strasse nach Ma-
ses fiel anscheinend für ein grosses Stück mit der modernen
Fahrstrasse nach Kranidion zusammen; bei ihr liegen am
Nordabhang des Pron Reste der von Pausanias erwähnten
römischen Wasserleitung, die wahrscheinlich zu dem noch
erhaltenen römischen Brunnenhaus führte, und die neuerdings
erforschte jüngere Stadtnekropole. Besonders wichtig war
aber die Auffindung mykenischer Scherben auf einem klei-
nen Hügel am Meer südwestlich der Stadt; nach den Fund-
umständen sichern sie die Lage der alten Stadtnekropole und
beweisen zugleich, dass auch Hermione schon in mykeni-
scher Zeit bestand. So ist jetzt (ausser bei Prasiai, dessen
Lage überhaupt noch nicht feststeht) für alle Teilnehmer
der Amphiktionie von Kalauria dieses Alter erwiesen. Die
für die Datierung dieses Bundes ausschlaggebende Beobach-
tung ist aber noch nicht gemacht. Wohl haben sich schon
verschiedene Gelehrte darüber gewundert, dass Troizen unter
den Teilnehmern fehlte: Troizen ist aber die einzige bedeu-
tendere Stadt der östlichen Argolis, die in mykenischer Zeit

' Pausanias kehrte aus dem unmittelbar vor den Toren liegenden Hei-
ligtum in die Stadt zurück und verliess sie dann durch das Tor nach Mases.
Der "gewaltige Sprung', den Robert (Pausanias als Schriftsteller 191) aus
der Beschreibung herausgelesen hatte, beschränkt sich also auf einen Weg
von wenigen Minuten.
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