Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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38 A. FRICKBNHAUS u. W. MÜLLER
noch nicht existierte! Wir schliessen also, dass der Seebund
von Kalauria äiter war als die Gründung (d. h. der cnwoonopog)
von Troizen, mithin in die mykenische oder frühgeometri-
sche Zeit zu datieren ist.
Von den anderen Plätzen der Hermionis ist besonders
von Halieis, Halia oder Halike (bei Cheli, südlich Kranidi)
zu berichten. Der ganze Verlauf der Stadtmauer ist noch zu
erkennen; es ist ersichtlich eine junge Gründung historischer
Zeit und von den auswandernden Tirynthiern um 465 neu
angelegt (vgl. Svoronos, Journ. intern, num. X 1907, 5 ff.).
Darauf führt nicht nur die Mauertechnik (gute grosse Breccia-
quadern als Fassaden der Mauer, im Inneren Füllwerk), son-
dern auch der Stadttypus, der eine Parallele etwa an dem
um 530 gegründeten Velia hat.
Auf der ursprünglich zu Hermione gehörigen Insel Hy-
dra waren zwar schon längst antike Reste und Inschriften
nachgewiesen, aber von der modernen Forschung übersehen
worden. Von der späteren antiken Siedelung sind auf der
Stelle der jetzigen Stadt Spuren gefunden worden, aber die
ältere, bis in frühhellenistische Zeit bewohnte Burg lag eine
halbe Stunde westlich davon und stellte sich wieder als
Gründung der mykenischen Zeit heraus. Sie liegt auf einem
75 m hohen steilen Berge, der sich gleich am Meere neben
einer Flussmündung und gegenüber einer kleinen Felsen-
insel erhebt; ausser vielen mykenischen und späteren Scher-
ben fanden sich auch mehrere antike Befestigungsmauern.
August Frickenhaus.
Walter Müller.
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