Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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INSCHRIFTEN AUS KLEINASIEN

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II. AUSISNIK.
14. Grabstele, aus blauem Marmor, unten Bruch. H. noch
0,72, Br. 0,56, D. ca. 0,33. Der Stein wurde angeblich in der
östlichen, äusseren Stadtmauer, die von den Eingeborenen
der Ziegel wegen immer mehr zerstört wird, verbaut gefun-
den; zur Zeit meines Aufenthaltes lag er auf dem Grundstück
des Madjer Mustafa.
Oben ist ein Giebel mit Akroterien in Relief roh ange-
deutet, auf dem horizontalen Geison steht (BH. 0,02):
^ATT)A 4)!AOCO(l)lCCA.
Darunter eine Tafel, auf deren einfache Umrahmung die
Buchstaben oft übertreten, mit folgendem Gedicht (BH. 0,025):
TT A P G G N ! H NÄYCÄCA
(j)YrGCKOChtOY KAKOTHTA
oYNojLLAcejiH/jdu cAcA ee uu
n 1 C TGKTGArAggH T 6 OU A G c e
5 KAtnAPAÄGtCOCGXGl^YXHN
TGA riOCNOYCKAtXOPOCGNGA
ArUJUSCYNArAAAOJuLGNOlC!
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xat xopog Evüa[dyla)v ouv dya^7.ogEvoidt [jipoq)r)iMt,<;
Xalps, isxvov yhu[[xti, x]ctlps xal strahl ooI$ yEvsiaL]^[dtv
^^lo§s Osou]- - - -
Diese von den frommen Eltern einer jungen Nonne ge-
weihte Grabinschrift gehört nach ihren Buchstabenformen
an den Ausgang der Antike und gewinnt dadurch besondere
Bedeutung; denn gewiss ist es nicht unwichtig, aus so früher
christlicher Zeit von der Idee der gottgefälligen Weltflucht
zu hören. Zudem wird sich niemand dem Reiz dieser tief-
empfundenen, ernsten und schlichten Verse entziehen kön-
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