Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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DAS HERAKLEION VON MELITE

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archaischen Zeit wird aber eine Höhe von etwa 2 m am
besten entsprechen, d. h. das Monument wird im Aufriss etwa
so zu ergänzen sein, wie es die Abb. 3 zeigt. Die Säulen der
in der Zeichnung dargestellten I. Periode waren ziemlich
dünn, genügten aber vollkommen, um das leichte Epistyl
der üblichen Heraklesheroa zu tragen. Wenn daun in der
zeitlich nicht festzulegenden II. Periode die Säulen beträcht-
lich stärker gewählt wurden, so kann das vielleicht damit
erklärt werden, dass damals das Epistyl noch mit einem gie-
belförmigen Dache versehen wurde, wie es uns eine einzige
Vase des IV. Jahrh. (Nr. 12) zeigte; vielleicht bot die Auf-


stellung einer vor der Witterung zu schützenden Kultsta-
tue die Veranlassung dazu, worauf noch zurückzukommen
sein wird.
Durch das Alter unseres Baues lässt sich auch leicht ein
Einwand widerlegen, den man gegen die Richtigkeit der vor-
geschlagenen Reconstruction erheben könnte. Der Unterbau
besteht nur aus einer einzigen niedrigen Stufe, während die
auf den Reliefs und Vasen abgebildeten Heroa stets mehrere
Stufen erkennen lassen. Die Antwort gibt nicht nur die Ge-
zum Säulendurchmesser bei drei Holzarchitekturen des VII. Jahrh. zu ver-
gleichen. Es beträgt bei nnserem athenischen Bau (108:27—) 4, beim Argi-
vischen Heraion (270:80=) 3 und beim olympischen Heraion nur noch
(ca. 221: ca. 114=) etwa 2 Durchmesser.
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