Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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EINZELFUNDE VON OLYMPIA 1907-1909

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VII, (Dörpfeld, Troja und Ilion 303, Sammlung Schliemann
Nr. 3639 ff.), aus der neolithischen Gradina Cungar bei Cazin
(Radimsky, Wiss. Mitt. aus Bosnien IV 1 896, 85) u.a.
Abb. 18. Auswahl von Scherben mit Ornament. Weisse
Incrustierung ist die Regel. Zickzack, Kreise, viereckige
Rahmen, Grätenmuster herrschen vor, also die Elemente,
welche auf den beschriebenen Vasen die Hauptrolle spielen.
Vereinzelt fanden sich aber auch Scherben (vgl. Abb. 18)
abweichenden Charakters. Sie gehören zu Gefässen, deren
ganze Oberfläche mit eingeritzten, selten weiss incrustierten
Linien übersponnen war, während bei der zuerst beschrie-
benen Gattung das Ornament nur au bestimmten, tektonisch
besonders wichtigen Stellen der Vase sass und sich mit
seiner weissen Füllung in wirkungsvollem Gegensatz von
der glatten, dunkel polierten Fläche abhob. Hörnes (Jahrb.
der k. k. Centralcomm. N. F. III 6 ff.) hat für letztere Art
den Namen 'Rahmenstil' eingeführt, während die in wenigen
Proben in Olympia vertretene Art seinem 'Umlaufstil, flächen-
bedeckenden oder freien Stil' augehört. Dieser 'Füllstil', wie
man ihn vielleicht kurz nennen kann, denn er zeichnet sich
durch einen gewissen horror vacui aus, ist in Olympia
ebenso vereinzelt, wie er häufig und herrschend ist auf den
Scherben der benachbarten Burgen von Pisa, Alt-Pylos und
von Leukas, deren Publication demnächst in diesen Mit-
teilungen erfolgen wird (vgl. vorläufig AM. XXXIII, 1908,
192, 319, 321, Arch. Anz. 1909, 121). In Olympia kommen
also beide Gattungen der Ritzoruameutik vor.
2. Bemalte Gefässe.
Abb. 19. Grosse Amphora aus Bau III, unmittelbar süd-
lich neben der Amphora 9 und der Kanne 1 gefunden, aus
zahlreichen Scherben zusammengesetzt. Vielleicht gehörten
demselben Gefäss die beiden Scherben Abb. 20 an (c oberhalb
von Bau III, nahe beim Graben J, b nachträglich beim Rei-
nigen des nördlichen Teiles der Mauern vom Bau III unter
Pithosfragmenten verirrt gefunden; vgl. Tagebuch vom 11.
12. 14. Mai 1908). H. 37. M. 13. Rotgelber Thon mit hellerem
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