Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 25.1909

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1909

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Heft 2

Pfarrhaus bei St. Jakobi Architekten:
in Lübeck. Hahn & Runge.


schlichtem
Eckpavillon
nach dem
Kanal zu. Die
Spätrenais-
sanceformen
passen sich
glücklich
den Lübi-
schen Bau-
ten an. Der
Bluncksche
Entwurf ge-
langte mit
geringen
Änderungen
für die an die
Stadtmauer
anschließen-
den Häuser
zur Ausfüh-
rung, wäh-
rend die übri-
gen Häuser
nach Plänen
Eggelings


erbaut werden. Unsre Bilder (Seite 9) zeigen die glückliche
Lösung des Programmes. Bedeutend erhöht wird die Wirkung
des Burgtors, wie der ganzen malerischen Front, durch die im
letzten Jahre erfolgte Niederlegung einer Gruppe von Miet-
häusern der

Ecke Schlüsselbuden- und Mengsstraße in Lübeck.
Früherer Zustand.
zureichende Bahnhof ist durch einen erheblich
Stadt abgerückten Neubau ersetzt worden. Für die Bebauung
des zwischen ihm und der Trave liegenden Geländes ist ebenfalls
durch einen Wettbewerb die Gesamtidee gewonnen worden.
Der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf Eggelings

schlimmsten
Art, die sich
vor dem Burg-
tor breit ge-
macht hatten.
Auf der an-
dern Stadtseite,
am Bahnhof,
ist gleichfalls
eine einschnei-
dende Umge-
staltung im
Gange. Der
alte, längst un-
weiter von der

Häusergruppe am Jakobikirchhof Architekt: Regierungsrat E. Blunck
in Lübeck. in Nikolassee bei Berlin.



trägt einer wir-
kungsvollen
Platzanlage um
das Kaiserdenk-
mal und der Her-
aushebung des
Holstentores be-
stens Rechnung.
Möge auch hier
die Durchfüh-
rung in einer
gleich glück-
lichen und ein-
heitlichen Weise
gelingen, wie bei
den vorstehend
geschilderten
Bauten, damit der
Fremde gleich
nach der An-
kunft von echt
lübischer Art
einen wirksamen
Eindruck ge-
winnt. Manche

Pfarrhaus bei St. Jakobi
in Lübeck.

Architekten:
Hahn & Runge.

der jüngst in der Nähe des Bahnhofs entstandenen Gebäude sind
leider nicht geeignet, diese Hoffnung besonders zu bestärken.


Wohnhaus am Laufertorgraben
in Nürnberg.
Architekt: J. Schmeißner
in Nürnberg.

Beschreibung der Abbildungen.
Tafel 9—12. Lübecker Neubauten: Johanneum und Haupt-
feuerwache — Aula des Johanneums — Häuser der Friedhofan-
gestellten beim
Zentralfriedhof
— Leichenhalle

des Zentralfried¬
hofs. Entworfen

vom Stadtbau-

amt. (Zu dem Ar¬
tikel.)
Tafel 13.
Landhaus an der
Alten Weinsteige
in Stuttgart. Ar¬
chitekt: Hans
Streit in Stutt-
, Behrensscher Neubau Architekten:
gärt. in Lübeck. Hahn & Runge.
Der Bauherr stellte die Aufgabe, mit geringen Mitteln ein wohnliches
Heim zu schaffen. Für die Außenarchitektur sollten weiß verputztes Back-
steingemäuer, naturrote Biberschwänze und braun lasierte Schindeln ver-
wendet werden. Die Wohnräume liegen im Erdgeschoß, die Schlafräume
im Dachstock; daraus ergab sich eine wirkungsvolle Dachform. Das Äußere
sucht lediglich die malerischen Reize des gegebenen Materials auszunutzen.
Tafel 14. Wohnhaus am Laufertorgraben in Nürnberg.
Architekt: J. Schmeißner in Nürnberg.
Für die Fassade ist der heimische rötliche Sandstein verwendet. Die
Ornamente sind in weißem Sandstein ausgeführt und erhielten eine leichte
farbige Abtönung mit maßvoller Vergoldung. Der Sockel und die Ein-
friedigung wurden aus Muschelkalkbeton hergestellt.
Tafel 15. Haus des Handels- —
H Zimmer.
1 uw 2. STOCK.

gärtners Grimm in Bietigheim. Archi-
tekten: Beutinger & Steiner, B. D. A.
in Heilbronn-Darmstadt.
Das Haus sollte zwei Wohnungen ent-
halten und auch nur als Wohnhaus erscheinen,
obwohl die Räume im Erdgeschoß zunächst
von der Oewerbebank benutzt werden. Das
Äußere ist in grauem Putz und rotem Sand-
stein, mit weißen Gesimsen, naturfarbener
Eichenholzschindelung und rotem Ziegeldach
ausgeführt im Anschluß an die heimische
Bauweise. Auch der Garten ist nach dem
Entwurf der Architekten angelegt. Die reinen
Baukosten (ohne Nebenanlagen) betragen rd.
25000 Mk.
Tafel 16. Studie zu einem Herren-
zimmer. Architekt: Ernst Specht in
Berlin.

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