Bredius, Abraham [Oth.]
Künstlerinventare: Urkunden zur Geschichte der holländischen Kunst des XVIten, XVIIten und XVIIIten Jahrhunderts (Band 2) — Haag, 1916

Page: 557
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bredius1916bd2/0205
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
INVENTAR VON COENRAET ADRIAENSZ VAN
SCHILPEROORT.

Orlers (1641 8. 873) erzähl! uns, dass Jan van Doyen
1606 zu dem Maler van Schilperoort in Leiden in die Lehre
geschickt wurde und drei Monate bei ihm blieb. Neun Jahre
später bereiste Jan van Gloyen Frankreich. Begleitete ihn
dabei sein erster Lehrer? Ich fand über van Schilperoort aus
den Jahren 1615, 1616 keine Erkunden. Dieser besass eine
für die Zeit ungewöhnlich reiche Sammlung französischer
und deutscher Bücher (u. a. auch ein französisches und ein
deutsches Lexikon!). Er scheint, danach zu schliessen, ein
gebildeter Mann gewesen zu sein.
Bilder habe ich von ihm nicht nachweisen können; doch
werden solche zahlreich in alten Leidener Inventuren erwähnt.
(Vergl. Beilage p). Es wäre interessant zu wissen, wie van
Gloyens erster Lehrer gemalt hat; aus den Inventaren geht
hervor, dass er Landschafter war.
Schilperoort ist um 1577 geboren (vergl. Beilage e). Von
Jugend auf wohnte er in Leiden auf der Broertgensgracht.
Vor Juli 1636 (Orlers sagt 1635) muss er gestorben sein.
Er gehörte einer angesehenen Familie an; 1611 wird ein
juris Willem van Schilperoort erwähnt, ein Johan van
Schilperoort war tuu 1
und ein Cornelis van Schilperoort, wahrscheinlich dessen
Sohn, war sein Nachfolger in diesem Amte
Uber einen Maler Davidt van Schilperoort vergl. Beilage p.
Van Schilperoort liess sich im Februar 1632 von seiner
zweiten Frau, einer Witwe, die er anderthalb Jahre vorher
loading ...