Bredius, Abraham [Oth.]
Künstlerinventare: Urkunden zur Geschichte der holländischen Kunst des XVIten, XVIIten und XVIIIten Jahrhunderts (Band 5) — Haag, 1918

Page: 1532
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BLOM.

Wahrscheinlich ist er auch der Blom, den Jan Vos in
einem Gedicht zur Verherrlichung Amsterdams V zusam-
men mit Rembrandt und vielen andern Malern nennt. 2)
Mach seinen eigenen Altersangaben ist er um 1622 geboren.
Seit spätestens 1651 war er verheiratet mit einer Wybrecht
Claesdochter, die ihn überlebte. Um 1675 kam er in finan-
zielle Schwierigkeiten, deretwegen er 1676 insolvent erklärt
werden musste. Bei diesem Anlass wurde das erste Inventar
aufgenommen. Nach seinem Tode erwirkte die Witwe das
Benehcium inventarii, weshalb auch sein Nachlass wieder
inventarisiert wurde.
Von seinen vielen trefflichen Bildern, die Commelijn
rühmt, ist wenig auf uns gekommen, und es ist dann immer
noch auszumachen, ob er oder sein gleichzeitiger Namens-
vetter der Urheber ist.
Dieser, Jan Pietersz Blom oder Bloem (er schreibt sich
selbst immer Bloem, aber auch der Provost wird gelegentlich
Bloem genannt), heiratete 1653 als Junggeselle die Witwe
des Malers Jacobus de Ville, Anna Margaretha Mostart,
die schon einige Wochen später starb. 1668 wird auch Jan
Pietersz Bloem als verstorben erwähnt.
Im Ferdinandeum in Innsbruck befindet sich ein V.
bezeichnetes und 1660 datiertes Bild in der Art von Isaac
Moucheron, darstellend eine Parklandschaft mit einer italieni-
schen Villa und Figuren. Da es gegenständlich mit den
Angaben von Commelijn übereinkommt, ist es sehr wahr-
scheinlich, dass Jan Blom der Provost der Maler des Bildes
ist. Von derselben Hand befindet sich eine Parklandschaft
mit einer zur Jagd aufbrechenden Gesellschaft in der
Sammlung A. Tritsch in Wien. Ein voll bezeichnetes und
1679 datiertes Gemälde (das des Datums wegen nicht von
Jan Pietersz Bloem sein kann) sah ich einst im Brüsseler
Kunsthandel; es stellte haltende Reiter vor einer Herberge

1) Strydt tusschen de Doodt en Natuur of Zeege der Schilderkunst,
in Alle de gedickten van.Jan Vos, Amsterdam 1662.
2) Vergl. Hofstede de Groot, Die Urkunden überRembrandt, Nr. 245.
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