Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

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Verteilung, weil sein Verwandter Be-
nedikt Schedl den ersten und nicht den
zweiten Preis verdient habe. Guardia»
Franziskus Schedl H1756 —58)
wunderte sich über die Klagen diese?
MauneS, „Igui nec rrrricum termirrrrm
rirtcili^it ch-utiirum, weillen er uiemahle»
studiert hatt und also nur ein teutscher
Mann ist". Aber er verlangte doch „rnit
allem Eyffer und recht ernsthaft" vom
?. Guardian die Lompositrorres Nuroris
Z^nkaxeos. Und als dieser ihm zu ver-
stehen gab, das gehe nicht ihn, den Guar-
dian, an, sondern den Studienpräfekten,
?. F. Hefele, der bereits nach Breisach
abgereist sei, wollte jener sich nicht Le
ruhigen lassen, bis der Guardian ihm
versprach, die Lompositiones zu suchen,
was am Abend desselben Tages geschah.
Am 27. Juni 1758 ordnete das Diffi-
nitorium auf einem cuprtrilrrm inter-
irr e6ium an, »ut turn in interioribus
cguum superioribus sclrolis iircickeirte
inliu septinrnnus 6ie kesto unn tuntunr
ckis pomerrcliarrLS conceckuntrir vu-
cLntiue, interveirientidus vero ckuobus
lestis prorsus nuliue«. Auch für die
Oster- und Pfingstzeit wurden nur zwei
solche Vakanztage in der Woche (nullo
iirterveniente teste) gestattet. Hiegegen
murrten die drei Gmünder Professoren,
und einer beschwerte sich beim Bürger-
meister Storr, U. Guardian sei Urheber
jenes Beschlusses, was der Wahrheit nicht
entsprach. Man beruhigte sie aber mit
dem Hinweis darauf, daß das Disfinitorinin
Urheber diests für die studierende Jugend
notwendigen und vorteilhaften Dekrets sei.
Während bisher am Gmünder Gym-
nasium Grammatik/) Syntax und Rhetorik
gelehrt worden waren, beabsichtigte man
im Jahre 1769 die Erweiterung des Lehr-
planes durch Errichtung einer philo-
sophischen Klasse. Nach einem Be-
richt des Protokolls bat ein großer Teil
der Bürgerschaft, es mochte mit Beginn
des neuen Schuljahres auch Philosophie
doziert werden; ein eifriger Verteidiger
dieses Planes war der Ratsherr Storr.
An diesen richtete U. Provinzial, vom
0 Dieses Fach wurde seit mindestens 1755
an der niinoritischen Lehranstalt doziert. ?. Beda
Minierer wurde damals Professor der Grammatik
in Gmünd.

Konvent benachrichtigt, ein Schreiben und
bat um nähere Information und Pro-
tektion. Als jedoch Storr die Frage über
offizielle Einführung des Philosophie-
studiums dem Magistrat vorlegte, war
dieser dagegen. Infolge dessen 'baten die
beiden Ratsherr en Fr a n ke n ft ei n nnt)
Storr (Kreuzwirt) den Konvent um
philosophischen Privatunterricht für ihre
Löhne, welche das Studium der Rhetorik
absolviert hatten, und zwar solle diesen
Unterricht niemand anders erteilen, als
U. Philibert, Professor der Rhetorik.
Der Konvent und Provinzial waren hie-
mit einverstanden. Jene versprachen hie-
für dem Konvent 80 st.
Mau hatte aber im allgemeinen wenig
Glück mit dem Philosophiestndium. Zwar
kam bald ein eigener Lektor der
Philosophie nach Gmund, und im
August 1772 fand unter den Philosophie-
stndenten des ersten Schuljahres mer§nrr
cum laucke eine Disputation statt, wobei
B. Deubele und zwei Brüder Steinhäuser
die Defendenten waren. Aber schon
suchten die Dominikaner den Franziskanern
diesen Unterricht zu entreißen. Tags
darauf, am 26. August 1772, wurde auch
bei den Dominikanern eine Disputation
abgehalteu und niemand von den Franzis-
kanern einzeladen. Der Lektor des kano-
nischen Rechts bei den Dominikanern do-
zierte zugleich auch Philosophie, »rgrrerm
semper conntur rrobi's (d. h. den Franzis-
kanern) eripere«. Bei Gelegenheit hielt
ihm Ratsherr Storr dieses vor (»e§re§is
objui'Aatus est«), und zwar »ürctn corrr-
purntrorre Ltuckii ^uZustLiri stesurters
irrten et Oomirricurros, coirtusiorrem
texentes«. Auch entgegnete er dem
Dominikaner, das Philosophiestudium sei,
wenn auch nicht vom Magistrat fundiert,
doch einem fundierten Gymnasium inkorpo-
riert. So war diese Gefahr für diesmal
beseitigt. Aber im Oktober desselben
Jahres gab es schon Differenzen wegen
des Lektors der Philosophie. Die Stu-
denten, welche die Rhetorik absolviert
hatten, waren mit dem ersten Lektor der
Philosophie, Petrus Dehrn, unzu-
frieden (retrnctmrunt pro lecturu) und
verlangten als solchen ihren Professor der
Rhetorik, U. Ludwig Farine. Nur
ungern kam der Provinzial ihrem Wunsche
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