Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

Seite: 149
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Deutsche Kunst-Zeitung.

Zehnter Jahrgang.

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Dr. Max Schasler.


30* April
1865*

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Inhalt:

Abhandclnder Artikel: Thorwaldsen und sein Museum in
Kopenhagen. (Schluß.)

Korrespondenzen: ü Stuttgart, Mitte April. (Permanente
Ausstellung. Schluß.) — A Weimar, Ende April. (Aus
der Kunstschule.)

Kunst-Chronik: Lokalnachrichten aus Berlin, Düsseldorf, Köln,
Wien, Bern, Paris, Antwerpen, Dublin, Petersburg.
Kunstgcftziaite ll. Antiquitäten: Eine Fahrt nach Belgien. (Frts.)

Kunst-Znd-lstrie und Technik: Färbungen des Statuen-Mar-
mors. — Zur Aesthetik des modernen Kostüms. (Forts.) —
Das Pettenkofer'sche Regenerationsverfahren. (Schluß.) —
Die Fluchtpnnktschiene von Wilh. Streckfuß.

Klinstinstilutc u. Kunstvereine: Archäologische Gesellschaft. —
Westlicher Kunstvereins-Cyklus.

Ausstclluiigskalendcr.

Briefkasten.

Thorwaldsen und sein Museum in Kopenhagen. (Schluß.)

Bon W. B.

er Aufgang zur oberen Etage führt
an dem Abgusse des kolossalen „Her-
kules" vorbei, der in Erz gegossen, mit
noch drei andern Statuen „Athene",
„Aeskulap", „Themis" zur Rechten und
Linken des Portals von Christiansborg
in Nischen aufgestellt ist. Die obere
Etage selbst ist in ihrem Korridor zu-
meist von Abgüssen Vorher schon ge-
nannter Werke besetzt, und nur die
Westseite ist von einem Marmorwerke,
dem berühmten „Alexanderzuge", ein-
genommen. Wie er dies Werk selbst
einmal für sein liebstes und bestes er-
klärte, ertheilten ihm auch die Italiener nach Vollendung

desselben den Beinamen, „Patriarch des Reliefs". Aber auch,
was alle diese Werke ausgezeichnet, die naturwahre Wieder-
gabe lebendiger Auffassung, die echt künstlerische Gruppi-
rung und Vertheilung der Massen, der bedeutungsvolle
Ausdruck und die charakteristische Zeichnung der Individuen,
Das hat Thorwaldsen hier im glänzendsten Maaße bewährt.
Für den Quirinal zur Verherrlichung des damals (1812)
in Rom erwarteten Buouaparte bestimmt, fand er in dem
von Curtius beschriebenen Einzug Alexanders des Großen
in Babylon einen paffenden Anhaltpuukt. Da in ihm
die ganze Komposition ihren natürlichen Mittelpunkt hatte,
mußte ihm auch etwa da seine Stelle angewiesen werden.
Und so steht den» der siegreiche Held, wie der leibhaftige
Sohn des Jupiter Ammon, für den ihn schmeichlerische
Priester kurz zuvor erklärt hatten, auf einem von zwei
feurigen Rossen gezogenen Wagen, dessen Lenkung die
Siegesgöttin selbst übernommen hat. Ihm folgt der
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