Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

Seite: 301
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Deutsche Kunst-Zeitung.

Zehnter Jahrgang.

*M37.

Hrraasgigrden uttti rtbigirt

von

Dr. Max Schasler.

10. September

1863.

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Inhalt:

Abbandclnde Artikel: Die Kunst in Portugal. — Nürnberg. i| Kunstinstitute II. Kunstvercine: Allgemeine Kunstausstellung in
Beiträge zur Physiognomik alter Sädte. (Forts.) !> Paris von 1867. — K. K. Kultusministerium in Wien. —

Kunst-Chronik: Lokalnachrichten aus Berlin, Breslau, Eisenach, Ij Alterthumsforscher in Halberstadt.

Quedlinburg, Weimar, Wien, München, Paris. Ausstellunggkalcnder.

Iie Kunst

ei der Spärlichkeit der
Nachrichten, welche dann
und wann über die Kunst
jenseits der Pyrenäen, und
namentlich über die
portugisische, zu uns
dringen, möchte es nicht
ohne Interesse sein,
einen Artikel der in

Lissabon erscheinenden Gazeta de Portugal, der portugisi-
schen Times, zu reproduciren, welcher einen eingehenden
Bericht über ein Bild des Vicomte de Menezes, Prä-
sidenten der lissaboner Akademie der Künste, enthält.

Angeregt wie es scheint durch die Lektüre des bekann-
ten Buches von Charles Blanc „liistoirs des Peintres“
hat Herr v. Menezes eine Scene aus dem Leben Sal-
tor Rosa's zur Darstellung gemacht. Sein Bild — eine
große Leinwand von 3 Metres Höhe und 2 Metres Breite

in Uortngai.

— ist betitelt „Salvator Rosa bei den Banditen Cala-
briens" und scheint, nach der Beschreibung zu urtheilen,
von bedeutender Wirkung zu sein. — Der Berichterstatter
der Gazeta äußert sich darüber wie folgt:

„Auf dem Bilde des Herrn von Menezes erscheint
Salvator Rosa neben einer Ruine sitzend, umgeben von
Banditen, deren Frauen und Kindern. Ein Weib der
Truppe, mit Weinlaub bekränzt und eine Schaale haltend,
dient ihm in der Stellung einer Bacchantin als Modell
für seinen Griffel. Ein Bandit, der wohl der Anführer
dieser kühnen Vagabonden sein dürfte, steht im Vorder-
gründe, so daß nur das Profil seines von einem breit-
krämpigen und mit einer rothen Feder geschmückten Hute
beschatteten Gesichts zu sehen ist. Er hält seinen Blick
auf den Maler, den er zu bewundern scheint, und auf die
Gruppe gerichtet, die er beobachtet.

Eine Frau von echt neapolitanischem Typus be-
trachtet, an die Ruine gelehnt, mit aufmerksamem Auge
die Bacchantin, vor welcher ein reizendes kleines Mädchen
steht, das mit der einen Hand ein baskisches Tambourin
hält, während es mit der andern die blonden Locken, welche
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