Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 46.1920

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Theodor Wende.

untere Gewölb der

zartgeschobenen
Wandung; eine Lippe
ist dargeboten, ihr
naht, in schöner Kurve
aus und eingebogen,
der Deckel, und, daß
er leicht wegzuziehen
sei, fügt seine Endi-
gung einer Knospe
gleich sich in die sachte
Hand. — Breit und
glatt ruht ein Käst-
chen in aufgeregter
zackiger Fassung; sie
schwillt an den Ecken
vollgerundet aus und
unter der Rundung
setzen plattkugelige
Füße das Ganze sanft,
doch sicher hin. — An
vielgliedriger Kette
hängt ein zuckendes
Geschmeid; Lichter
übersprühen es; Wol-
kenbild wallt auf: un-
erhörter Prunk an
einer reichen Frauen-

TH. WENDE—DARMSTADT.

brüst funkelt vorüber.
— Der schlichte Kreis-
schild einer Brosche
ist kaum gewölbt; von
seiner Mitte neigen,
dreimal und rhyth-
misch, ohne Starrheit,
Rispen sich zum Rand,
und den umkreist
achtfach zerteilt ein
feiner Schwung. —
Drei Füße, dünn im
untersten Gelenk und
Knöchel, stählern fast
im Willen, gehn em-
por und fassen eine
kelchhaft tiefe Schale
zwischensich; gefaltet
strebt sie auf und öff-
net ihre Höhle. Drin
ist, nicht hell — nicht
dunkel, doch vom
weiten Raum gekühlt,
von seiner lichten
Wand durchstrahlt,
die Luft wie eines
feierlichen Kirchen-
raumes Luft. K. FREUND.

»TEEBÜCHSE IN SILBER«

TH. WENDE- DARMSTADT. »ZIGARETTENDOSE IN SILBER«
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