Sänger, Falk-Reimar [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 21): Landkreis Lüchow-Dannenberg — Braunschweig, 1986

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Die jüngsten Hallenhäuser entstanden in der
2. Hälfte des 19. Jh. ausschließlich als Vier-
ständerbauten in ihrer Spätform mit größt-
möglichem Raumvolumen. Zu dieser Gruppe
gehören die Haupthäuser der Höfe Nr. 11 und
6, wobei letzteres eine Sonderstellung ein-
nimmt. Der Wohnteil dieses 1866 errichteten
Gebäudes wurde massiv, der Wirtschaftsteil
aber in Ziegelfachwerk ausgeführt. Die Ver-
wendung unterschiedlicher Materialien nimmt
hier die spätere Trennung von Wohnen und
Wirtschaften vorweg.
Das älteste der zugehörigen Nebengebäude
ist ein Speicher, der zum Hof Nr. 17 gehört und
wohl noch aus dem ausgehenden 17. Jh.
stammt. Eine Torscheune aus dem Jahre
1765 befindet sich auf Hof Nr. 6. Funktion und
Alter dieser beiden Gebäude bestimmen ihren
Seltenheitswert.
Ältestes Gebäude in Damnatz ist die 1617 da-
tierte kleine Fachwerkkirche. Der schlichte
Saalbau mit polygonalem Ostabschluß und
gedrungenem quadratischem Westturm hat
innen eine zweiseitig umlaufende Empore.
Teile der Innenausstattung stammen aus der
Mitte des 17. Jh. Die Kirche wird von einem

Friedhof mit einigen Grabmalen des frühen
19. Jh. umgeben.
DAMNATZ-BARNITZ

Das Marschhufendorf Barnitz erstreckt sich
am Elbdeich nördlich von Damnatz. Wie dort
sind die Haupthäuser, die streifenförmigen
Hofparzellen und auch die Schläge des zuge-
hörigen Landes senkrecht zum Deich ausge-
richtet. Erschlossen werden die Höfe von der
Straße Damnatz-Landsatz, die in einigem Ab-
stand westlich des Deiches verläuft.
Im ausgehenden 18. Jh. bestand Barnitz aus
fünf Höfen, die dicht nebeneinander angeord-
net waren. Das heutige Anwesen Nr. 4 wurde
offenbar im frühen 19. Jh. nach Süden aus der
Ortslage ausgesiedelt. Sein kleines Nachbar-
haus Nr. 6, im Jahre 1803 in Zweiständerkon-
struktion errichtet, steht als einziges Gebäude
firstparallel zum Deich. Im Dielentorsturz sind
alle fünf damaligen Barnitzer Hofbesitzer als
Bauherren aufgeführt. Das ehemals gemein-
deeigene Gebäude dürfte damit eine der we-
nigen erhaltenen Hirtenkaten sein.

Im alten Ortskern stehen auf den Höfen Nr. 1
und Nr. 2 stattliche Zweiständerbauten, die
beide gleichzeitig im frühen 18. Jh. entstan-
den sein dürften, sowie je ein wohl zu Beginn
des 19. Jh. in Ziegelfachwerk errichteter Stall.
Seltenheitswert besitzt ein Backhaus aus dem
Jahre 1721, das auf Hof Nr. 3 erhalten ist. Ge-
gen Ende des 19. Jh. hat sich im Norden noch
ein Nachsiedler niedergelassen (heute Nr. 7),
während an der Landstraße im 20. Jh. eine se-
parate Ansiedlung aus fünf kleinen Häusern
errichtet wurde.

DAMNATZ-JASEBECK

Der Gutshof Jasebeck liegt 4 km nordöstlich
von Damnatz im Scheitel einer hier weit nach
Norden reichenden Elbschleife. Die Anlage
war ursprünglich ein Vorwerk des auf dem
rechten Elbufer gelegenen Gutes Wehningen
und besteht aus einem großen Wirtschaftshof
mit Gebäuden des 19. und 20. Jh. Das
schmucklose Herrenhaus wurde im Jahre
1927 erbaut. Denkmalwert haben der Fach-
werkbau einer etwas abseits gelegenen ehe-
maligen Holländerei sowie ein ebenfalls auf

Damnatz, Nr. 2, Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1664


Damnatz, Nr. 17, Speicher, Ende 17. Jh.



Damnatz, Kirche, 1617


Damnatz, Nr. 7, Hofanlage

Damnatz, Nr. 10, Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1737


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