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ge Eckbetonungen durch Ziegelsetzungen
sowie Putzrahmungen der Fenster und flachbo-
gigen breiten Eingangstüren ergänzen das
Fassadenbild. Auch die Innengestaltung (der
Flure) ist bis heute kaum verändert worden.

verbaut worden. Bis auf die überwiegend in
Metall oder Kunststoff erneuerten, teilweise
auch vergrößerten Fenster und Haustüren sind
nur wenige Gebäude durch An- oder Umbauten
verändert worden.

Neben Massenunterkünften entstanden für die
große Zahl der hier arbeitenden Menschen eini-
ge qualitätvolle Wohnsiedlungen mit größtenteils
identischen Haustypen. Hervorzuheben ist die
eigenständige, von Grünflächen umgebene sog.
Siedlung Warnautal östlich der Warnau im
Norden der Cordinger Straße. Dies ist 1939/40
mit der großzügigen, gartenstadtähnlichen
Bebauung auf dem bewegten Gelände
zwischen Ufer- und Siedlungsstraße oberhalb
des Warnauufers sicherlich als Anreiz für
besserverdienende Mitarbeiter begonnenen
worden. Später entwickelte sich die Siedlung
nach Osten und wurde durch eine etwas stren-
gere und einfachere Bebauung auf flachem
Gelände zwischen Schlesier- und Danziger Weg
fortgeführt.
Entlang der beiden parallel verlaufenden, ge-
schwungenen Erschließungswege mit den drei
Querspangen befinden sich rund 50 einge-
schossige, verputzte Doppelhäuser unter Halb-
walmdach, die zumeist traufständig oder hinter
ihren Vorgärten schräg platziert auf den meist
offenen Grundstücken stehen, Uferstraße 1-44,
Siedlungsstraße 1-52, Waldstraße 1-8, Feld-
straße 1-12, Rainstraße 1-20, incl. der fünf in
gleichem Stil errichteten Garagenanlagen ent-
lang der Hauptwege.
Zwei Haustypen wechseln einander ab: zum
einen der schlichte, langgestreckte Typ mit
abgerücktem, kleinen Nebengebäude auf der
Rückseite und zum anderen der S-förmige
Haustyp, bei dem für die Nebennutzung zu
unterschiedlichen Seiten kleine Anbauten an die
Enden der Traufseiten angefügt wurden. Diese
weisen unterhalb des abgeschleppten Daches
eine gestaltete Eingangssituation mit rundbogi-
gem Oberlicht auf. Allen Gebäuden gemein ist
die ausgeprägte Traufgesimszone. Ihr Bezug zur
Landschaft ist am äußeren Nordrand der gebo-
genen Rainstraße durch jüngste Wohnhäuser

Die Grundstücke am Schlesier Weg 2-40,
Pommernweg 1-24 und Danziger Weg 1-39
mit Saarweg 1-7, 15 weiter östlich wurden etwa
zur selben Zeit rationeller bebaut durch zwei
eingeschossige aneinandergefügte Doppelhäu-
ser eines Haustyps, die als langgestrecktes
Gebäude vor- und zurückspringen, bedingt
durch die Lage ihrer Gärten vor oder hinter dem
Gebäude. Dadurch entstand trotz der schlich-
ten, verputzten Bauweise unter Satteldach ein
lebendiges Straßenbild. Auf der Rückseite sind
die Gebäude jeweils durch abgeschleppte,
zusammengezogene, flache Erker mit betonten
Ecken in Sichtmauerwerk sowie kleine Dach-
gauben gegliedert. Sämtliche früheren Spros-
senfenster sowie die flachbogigen Holztüren
sind inzwischen ebenfalls mit modernen Materi-
alien erneuert worden. Freie Grundstücke am
Danziger Weg und der Saarweg wurden in den
fünfziger Jahre und später durch schlichte
Wohnblocks ergänzt, die sich jedoch in die
Gesamtanlage einfügen. Den südseitigen
Auftakt der Wohnsiedlung bilden noch heute
zwei symmetrisch angeordnete Z-förmige
Wohn- und Geschäftshäuser, Walter-Chris-
toph-Platz 1-6, deren eingeschossige, ebenfalls
verputzte und teilweise restaurierte Gebäude die
Platzanlage bis auf eine mittige Durchfahrt zur
Cordinger Straße abschließen. Das frühere Sozi-
algebäude mit Kantine aber auch Kasino und
Theaterräumen daneben ist in jüngster Zeit
durch einen modernen Supermarkt ersetzt
worden.
Auf der Südseite der Cordinger Straße ist
1939/40 zu beiden Seiten der Lohheider Str.
ebenfalls eine Werkssiedlung entstanden, wobei
diese Doppel-Wohnhäuser für einfache Ange-
stellte, meist ohne Familien, vorgesehen waren.
Platzsparend sind die 19 giebelständigen Dop-
pelhäuser, Nm. 1-38, als parallele Zeilen ange-
ordnet, deren Erschließung auf der westlichen,
schmucklosen Traufseite liegt, während flache

Benefeld, Am Mühlenhof, Wassermühle, 1918


Erker unter abgeschlepptem Dach und kleine
Dachgauben die östliche Seite beleben. Ihre
bauliche Gestaltung entspricht der beschriebe-
nen jenseits des Walter-Christoph-Platzes;
Fenster und Türen wurden modernisiert sowie
einige Öffnungen vergrößert.

BOMLITZ-BOMMELSEN/KROGE

Die beiden benachbarten und ursprünglich
unabhängigen Gemeinden sind mit einigen
Nebenorten (Klein-Harl, Westernhari), wahr-
scheinlich erst seit ihrer Eingemeindung nach
Bomlitz 1974, als Ortsteil zusammengefasst
worden. Geographisch zieht sich dieser mit
seiner Bebauung an der Bundesstraße 404 von
Dorfmark nach Rotenburg und der Verbindung
zur Kreisstraße nach Neuenkirchen entlang. Die
Entfernung zu Bomlitz beträgt vier bis sechs, die
zu Fallingbostel ca. sechs Kilometer. Im Osten
wird die Straße von dem Fluss Bomlitz begleitet.
Zahlreiche Bachzuflüsse und Teiche innerhalb
feuchter Wiesen durchziehen heute das Flusstal.
Ihre teilweise stark ansteigenden Ränder erwie-
sen sich als günstige Siedlungsplätze, auf denen
die heute von Waldflächen gesäumten Hofanla-
gen in teilweise weit voneinander entfernter
Streulage entstanden sind.
Bommelsen, das It. einer Abschrift im 15.Jh.
bereits ab 826-876 als „Bamlinestrade“ (wohl
„am Ufer der Bomlitz") urkundliche Erwähnung
findet, gehörte, wie auch Kroge (1413 „tom
kroge“), dem Kirchspiel Fallingbostel an und vor
der Kreisbildung 1885 der Amtsvogtei Falling-
bostel.
1929/30 wurde in Bommelsen in dem zur Zeit
der Verkopplung entstandenen südlichen Stra-
ßendreieck eine eigene Kapelle erbaut, die von
Friedhofsflächen umgebene ev. Friedenskirche
(Bommelser Straße). Der 1992 restaurierte,
massive, verputzte Saalkirchenbau stellt sich in
zeitgenössisch schlichter Bauweise dar, mit
einem Dachreiterturm auf dem Satteldach über
der Westwand und einem eingezogenen 5/8-
Chor im Osten. Die fünfachsige Fassadenauftei-
lung der Traufseiten wird hauptsächlich durch
langgezogene Rundbogenfenster erreicht. Als
Schmuckelemente wirken das vorspringende
Portal in Findlingsmauerwerk mit den spitzbogi-
gen Drillingsfenstern darüber sowie die kräfti-
gen, profilierten Trauf- und Ortganggesimse. Der
ebenfalls verputzte helle Innenraum mit breiter
Rundbogenöffnung zum Chor wird von knapp
vorspringenden Lisenen an der Außenwand wie
an der gemauerten Orgelempore im Westen
gegliedert. Eine dunkel gebeizte Kehlbalkende-
cke, deren Hängewerk in den Kirchenraum
hineinragt, dominiert den Raumeindruck.
Die sieben 1863 erwähnten Vollhöfe und drei
Abbauerstellen (1770 waren es fünf Hofanlagen)
bilden auch heute noch die Hauptbesiedlung
der inneren Dorflage, die durch die Nähe zur
mächtigen Fabrik in Bomlitz zunehmend auch
Wohnstandort für Arbeiterfamilien geworden ist.
Neuere Siedlungstätigkeit entstand entlang der
südöstlichen Randstraßen.
Auf einer kleinen, hochwassergeschützten
Anhöhe direkt am Bachufer liegt die Vollhofstelle
Zur Beeke 6 (1863 Hofname Zum Beek) und

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