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Engehausen, Staustufe Marklendorf, Tiefseilfähre

Engehausen, Staustufe Marklendorf, Stahlfachwerkbrücke und Schützenwehr, 1913/14


im Laufe der Zeit vielfach erneuert bzw. umge-
baut worden, so dass auf Hof Nr, 1 nur noch
der in der Mitte des 19.Jh. erbaute Speicher
seine Ursprünglichkeit erhalten hat. Er liegt am
südlichen Rand der Allerwiesen. Die Bohlenaus-
fachungen des Fachwerkgerüstes mit Innen-
treppe sind vielfach durch eine Verbretterung,
auch in Zweitverwendung, ersetzt worden, wie
evtl, auch der geschweifte Türsturz über der
östlichen Eingangstür.
Auf dem mittleren der drei Höfe, Dorfstraße 3,
ist eine etwa gleichalte, weitgehend verbreiterte
Dreiständer-Fachwerkscheune erhalten, die zwi-
schen größeren und jüngeren Wirtschaftsgebäu-
den liegt. Über ihren allseitig von Kopfbändern
versteiften Tragständern sind die Ankerbalken
eingehälst. Wie auch bei dem Nachbarspeicher
ist das Halbwalmdach mit Zementfaserplatten
gedeckt.
Ganz nah an der Allerschleife, die zu Beginn des
20.Jh. durch die Schleusenanlage abgetrennt
wurde, liegt die einzige geschlossene und von
alten Eichen und Kastanien bestandene Hoflage
Blankenburg 1; erreichbar über einen Schotter-
weg südlich der L 180. Das in massiver Ziegel-
bauweise nach Art eines Vierständerbaus errich-
tete Wohnwirtschaftsgebäude ist fast im Origi-
nalzustand erhalten. 1901 wurde es anstelle der
reetgedeckten abgebrannten Vorgängerbauten
errichtet, auf die einige Fundstücke hinweisen.
Wie auch bei einigen Gebäuden aus dieser Zeit
in Essel machen Putzquaderungen in den Ge-
bäudeecken und über den Segmentbogenfen-
stern/-türen neben Ziegelsteinsetzungen z.B.
am Gesims den größten Teil der Dekoration aus.
Fast vollständig eingewachsen ist das Wohn-
wirtschaftsgebäude Dorfstraße 15, das auf dem
Eckgrundstück südlich der L 180/Ecke Marsch-
straße zur Aller hin liegt. Es ist 1863 auf den
Dorferweiterungsflächen entstanden, die seit der
Verkopplung und Gemeinheitsteilung im Zusam-
menhang mit dem Bau der Landesstraße (1856)
hinzugefügt wurden. Es ist ein typischer Vier-
ständer-Fachwerkbau mit sehr großen, breit ge-
lagerten Gefachen, dessen Gefüge auch im In-
neren erhalten geblieben ist, zur Zeit aber umge-
baut wird.

Staustufe und Schleusenanlage Marklendorf
Es ist die dritte von insgesamt vier Staustufen,
die in den Jahren 1908 bis 1916 für die damals
auflebende Handelsschifffahrt (und mit Zustim-
mung der anliegenden Bauern) im Zuge der Ka-
nalisierung der Aller zwischen Celle und Leine-
mündung ausgeführt wurden. Zur Wasser-
standsregulierung sind außer der Staustufe
Marklendorf eine in Hadernstorf an der Leine-
mündung sowie in Oldau und Bannetze im be-
nachbarten Landkreis Celle erbaut worden. Sie
schneidet eine Flussschleife zwischen Engehau-
sen und Stillenhöfen nördlich von Marklendorf
(Gemeinde Buchholz) ab und endet bei Kilome-
ter 41,48. Dort markiert sie heute auch die Ge-
meindegrenze. Durch die Kanalisierung des
Flusses sollten Untiefen vermieden, Flussschlei-
fen gemindert und Uferabbrüche verhindert wer-
den, um die Aller für größere Frachter schiffbar
zu machen. Mit Unterbrechungen durch die
Weltkriege ist auch bei den darauffolgenden Re-
gulierungsmaßnahmen nie der geplante Aus-

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