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Fuhrhop, Bömme4, Sagemühle, 1929

Fuhrhop, Bömme 4, Sägemühle, 1929


ganz nah an der Autobahn und ist über diese
hinweg mit dem Gelände des Truppenübungs-
platzes, aber auch mit dem Siedlungsbereich
des früheren Herrensitzes Wense (siehe
Gemeindefreier Bezirk Osterheide) verbunden.
Fuhrhop bildetel 858 mit den Nebenorten Aspe-
lo (1936-40 umgesiedelt) und Börne, heute
Bömme, eine Bauernschaft mit vier Vollhöfen,
die erst im 19.Jh. durch einige An- und Abbau-
erstellen sowie eine 1895 eingeweihte Schule
erweitert wurde. Beide Hofstellen waren 1555
herrschaftliche Meierhöfe, die später an die
Familie von Wense gingen. Trotz starker Land-
verluste durch den Bau des angrenzenden Trup-
penübungsplatzes sind beide heute noch Voller-
werbshöfe. Ihre sich gegenüber liegenden,
bewaldeten Parzellen, Fuhrhop 2 und 3, sind
von zahlreichen unterschiedlich alten, und,
aufgrund der beibehaltenen landwirtschaftlichen
Nutzung, fast ausschließlich modernisierten Hof-
gebäuden bestanden. Jeweils deutet nur ein
kleines Nebengebäude in seiner unveränderten
historischen Bauweise auf die Vorgängerbebau-
ung der Hofanlagen hin. Auf dem sog. Fuhrhop,
Nr. 2, ist dies ein 1820 zu Beginn der Hofein-
fahrt errichteter kleiner Treppenspeicher, dessen
verbreitertes bzw. verbohltes Hochrähmgerüst
in typischer Weise durch zwei traufseitige
Eingangstüren und eine giebelseitige Treppe mit
Podest unter dem ausladenden Satteldach
erschlossen wird. Die Stall/Scheune steht etwas
abseits der rechtwinklig ausgerichteten, großzü-
gigen Bebauung des Struwenhofs Nr. 3. Sie ist
1751 als geschossweise verbohlter Wandstän-
derbau unter steilem Satteldach mit mittigem
Längsdurchgang sowie Längsein- und -durch-
fahrten aufgebaut worden.
Die ebenfalls landwirtschaftlich genutzte, große
Hofparzelle Bömme 4, die am etwas erhöhten
bewaldeten Ufer der Böhme als Einzelanlage
hinter den ausgedehnten Wiesen - auf halbem
Weg zwischen Jettebruch und Fuhrhop südlich
der Kreisstraße - liegt, bildet heute noch eine
denkmalwerte Einheit von Parzelle, Zuwegung
und Bebauung mit Ausnahme des veränderten
Wohnwirtschaftsgebäudes. Die Existenz des
hauptsächlich von der Forstwirtschaft lebenden,
an die Gutsherrschaft von der Wense gebunde-
nen alten Holzhofes „Bomene“ lässt sich bis
1337 zurückverfolgen. Obwohl schon in der
Mitte des 18.Jh. eine Flößerei auf der Böhme in
Richtung Fallingbostel betrieben wurde und
einen Holzhandel möglich machte, ist die Jette-
brucher Mühle mit ihrem Stau als eine der
jüngeren Sägemühlen im Dorfmarker Raum erst
seit 1854 in Betrieb. Ihr Absatz wurde durch die
Transportmöglichkeit per Eisenbahn ab 1896
gefördert und sie konnte nach dem Brand 1929
vergrößert und das Wasserrad durch Turbinen-
antrieb ersetzt werden. Bis 1977/78 und verein-
zelt noch heute wird in der auf einem grob
behauenen hohen Feldsteinsockel errichteten
Fachwerkhalle unter flachem, weit überkragen-
dem Satteldach mit Zwerchhaus und der teil-
weise glasierten Zierziegelsetzung, Holz verar-
beitet. In die giebelseitig aufgeschlossene Halle
führen Nebenschienen der Eisenbahn. Hier sind
die alten Baum- und Kreissägen des 1928
gebauten Sägewerks der Fa. Lein/Pirna erhal-
ten.
Eine lange Hofzufahrt führt auf das 1884 in
Fachwerkkonstruktion erbaute Wohnwirt-

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