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ten Ankerbalken zusammensetzt, zum anderen
aus einer Innenständerreihe in Unterrähmkon-
struktion und angefügter Kübbung. Reste der
alten Verbohlung sowie ein hohes, seit längerem
mit Wellblech gedecktes Vollwalmdach kenn-
zeichnen das Gebäude weiterhin.
Auf beiden Höfen findet man noch die im 19.Jh.
jeweils in einiger Entfernung zu den übrigen
Gebäuden aufgestellten Backöfen. Ihre ebener-
digen, mit Lehm aufgemauerten Ziegelgewölbe
werden von niedrigen Feldsteinmauern mit auf-
gesetzten Satteldächern geschützt. Sie sind
unterschiedlich groß, oval (Nr. 2) oder rund (Nr.
1, hier mit trapezförmiger Giebelwand). Das
höhere Backhaus von Nr. 2 ist vermutlich erst
im späten 19.Jh. angefügt worden. Wohl eben-
falls am Ende des 19.Jh. ist auf der Hofstelle Nr.
1 der Göpel erbaut worden, dessen oktogonaler
Grundriss unter Zeltdach direkt an die wohl
1873 erbaute Dreiständerscheune angebaut
wurde.

Das kleine Wohnwirtschaftsgebäude im Osten
von Hof Nr. 2 ist in der 2. Hälfte des 18.Jh. als
Häuslingshaus entstanden. Sein weitmaschiges
Zweiständergerüst unter tief heruntergezoge-
nem reet- bzw. in Teilen noch strohgedecktem
Dreiviertelwalmdach wird am Wirtschaftsgiebel
zu beiden Seiten des mittigen Einfahrttores von
Kopfbändern versteift und symmetrisch geglie-
dert.

SCHNEVERDINGEN-LANGELOH

Die kleinen auseinander gezogenen Siedlungs-
teile von Langeloh gruppieren sich halbkreisför-
mig um den westlich gelegenen namengeben-
den Hauptort. Zusammen beschreiben sie den
Südwesten des Gemeindegebietes, das sich
südlich an die Flächen des Pietzmoores an-
schließt. Es wird von der einspurigen, aus Soltau
kommenden Nebenstrecke der Eisenbahn
durchquert, die am Rande der nach Südwesten
stark ansteigenden Hügellandschaft entlang-
zieht. Die Siedlungen liegen zumeist in diesem
höheren Bereich an den nord-süd-gerichteten
Kreisstraßen K 33 und K 24 aufgereiht oder sind
über gesonderte Zufahrten an diese angebun-
den.
Aufgrund eines umfangreichen Hügelgräberfel-
des aus der Bronzezeit mit einer ungewöhn-
lichen Häufung von Grabhügeln im Naturschutz-
gebiet südlich von Langeloh lässt sich eine frühe
Besiedelung dieses böhmenahen Bereiches
nachweisen.
Am Ende der Langeloher Straße (K 26) im
Neubaubereich südlich von Hemsen ist inmitten
einer Baumgruppe ein kleines eingefriedetes
Areal von Kriegsdenkmälern errichtet worden,
das aus einem mittigen Postament mit Gedenk-
inschrift und zwei seitlich angeordneten Sand-
steinplatten mit den Namen der in beiden Welt-
kriegen Gefallenen besteht, Langeloher Straße.
Diese bereits 1918 aufgestellte Anlage ist nach
1945 erweitert worden.
Um 1770 lagen die drei oder vier benachbarten
Höfe der jeweiligen Siedlungen noch inmitten
von Heideflächen. Heute ist im Anschluss an die
in Wald eingebetteten Orte neben Feuchtwiesen

überwiegend Ackerland anzutreffen. Eine Sied-
lungsentwicklung hat eher abseits der alten
Gehöfte stattgefunden, wie z.B. in einer größe-
ren Einheit südlich von Hemsen.
Auf den historischen Hofstellen sind aufgrund
von umfangreichen Kriegszerstörungen aus-
schließlich einzelne Nebengebäude als Denkma-
le anerkannt worden, die überwiegend aus dem
18. und auch 19.Jh. stammen.
Auf einer der beiden Reimerdinger Vollhofstellen
(1774 Reimern oder Reimerding, vier Feuerstel-
len), die zur Zeit der Verkopplung (1857/58) zu-
sammen mit zwei kleineren Höfen den Ort
ausmachten, stehen im Hintergrund zwei Spei-
cher aus dem 18./19.Jh., Reimerdinger Straße
43. Dem ehemals zweiräumigen Treppenspei-
cher fehlt aufgrund einer 1939 erfolgten Verlän-
gerung die Treppenanlage. Sein 1 1/2-geschos-
siges, gefachweise verbohltes Hochrähmgefüge
wurde in jüngerer Zeit durch Fenstereinbauten
etwas verändert. Profilierte Knaggen unterstüt-
zen im Traufbereich der hofzugewandten Seite
das ausladende Dach unter dem sich der mit

1743 datierte Sturz einer der Doppeltüren befin-
det. Das eingeschossige, mit Lehmschlag aus-
gefachte Gerüst unter einer hoher Dreiviertel-
walm-Bedachung des zweiten Speichers ist
evtl, im 19.Jh. auf einen älteren massiven Feld-
steinsockel aufgesetzt worden. Sein eingetiefter
Kellerbereich diente im Krieg auch als Schutz-
raum.
Ein weiterer, vermutlich im 18.Jh. entstandener
Speicher wurde auf dem westlichsten der drei
Langeloher Höfe aufgebaut, die im Südwesten
der z.Zt. der Verkopplung ausgebauten Kreu-
zung der Kreisstraßen 24 und 26 liegen, Lange-
loher Straße 45. Das kleine verbohlte Hoch-
rähmgerüst mit Drempelgeschoss und in das
Rähm eingehälsten Sparren wird beherrscht von
den Zierformen im Treppenbereich sowie an den
Türstürzen, die evtl, nach dem Umsetzen des
Gerüsts 1869 angefügt und derzeit erneuert
worden sind.
Vollständig intakt erscheint das 1750 in Ober-
rähmkonstruktion mit mächtigen eingehälsten
Ankerbalken sowie teilweise aufgekämmten Bal-


Insel, Reinsehlen 2, Häuslingshaus, 2. Hälfte 18.Jh.

Insel, Wittenkamp 7, Wohnwirtschaftsgebäude, 1743


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