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Der grosse Plan des Herzogs von Polignac
vom Jahre 1829.
Von
Alfred Stern.
Die neuere Geschichte kennt eine Reihe sog. „grosser Pläne“
namhafter Staatsmänner und Fürsten, deren Echtheit mit guten
Gründen von der historischen Kritik angefochten worden ist.
Anders verhält es sich mit dem „grossen Plane“ des Herzogs
von Polignac vom Jahre 1829, unter der Voraussetzung des Zu-
sammenbruches der Türkenherrschaft in Europa die Karte des
Weltteils einer gründlichen Revision zu unterwerfen. Gervinus
hat im achten Bande seiner „Geschichte des neunzehnten Jahr-
hunderts“ (1866 S. 323—327) nach einer aus den Akten schöpfenden
französischen Denkschrift von 1842 vertrauenswürdige Aufschlüsse
über jenen Plan geben können. Nettem ent hat im achten
Bande seiner „Histoire de la Restauration“ (1872 S. 310—315,
747, 748) die einschlägigen Aktenstücke teilweise im Wortlaut
mitgeteilt. In demselben Jahre erschienen die „Denkwürdigkeiten
aus den Papieren des Freiherrn C. F. von Stockmar“. Hier
fand man S. 153—157 einen Auszug aus diesen Dokumenten, die
Stockmar in Abschrift zugekommen waren. Endlich hat Viel-
Castel im 20. Bande seiner „Histoire de la Restauration“ (1878
S. 10—23) die ganze Frage ausführlich behandelt, und seine Dar-
stellung ist für spätere Historiker massgebend geblieben. Indessen
scheint es mir nicht überflüssig zu sein, den Gegenstand noch
einmal zu beleuchten. Die in liberalster Weise gewährte Erlaubnis,
meine Forschungen in den Archives du Ministere des affaires
etrangeres am Quai d’Orsay fortzusetzen, hat mir die Möglichkeit
geboten, in den vollständigen Text des „grossen Planes“ und
seiner Begleitschriften Einsicht zu nehmen. Andere Dokumente
dienten zur Aufhellung seiner Vorgeschichte. Bei genauerem
Studium erhoben sich Zweifel an der Richtigkeit einiger bisher
Histor. Vierteljah.rsch.rift. 1900. 1. 4
 
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