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Nachrichten und Notizen,
Otto Ribbeck, Reden und Vorträge. Leipzig, B. G. Teubner. 1899.
S. 308. Preis Mk. 6.
Es war ein überaus glücklicher Gedanke, die seinerzeit einzeln publi-
zierten, seit längerer Zeit jedoch schon vergriffenen Reden und Vorträge
Otto Ribbecks in einem geschmackvoll ausgestatteten Bande den zahlreich en
Verehrern und Freunden des unvergesslichen Meisters vorzulegen. Die V.
und jR. Ribbecks wenden sich nicht sowohl an die enge Zunft der klassischen
Philologen, sondern sind für ein weiteres Publikum bestimmt. In grossen
Zügen werden uns lebensvolle, farbenprächtige Bilder aus den verschiedensten
Gebieten des griech. und römisch. Altertums entworfen. Jede einzelne
Nummer stellt sich als ein wahres Kabinettstück dar. Der künstlerischen
Form der Darstellung entspricht auf das Höchste der Gedankengehalt.
Ribbeck verstand es meisterlich, verstreute Strahlen zu sammeln und mit,
ihrem Licht noch dunkle Punkte in helle Beleuchtung zu setzen. So ge-
währt die Lektüre der V. wnd H. nicht nur einen hohen ästhetischen Ge-
nuss, sondern ist auch methodisch überaus lehrreich.
Die Herausgeber haben die Vorträge und Reden in 3 Gruppen ein-
geteilt: die erste umfasst akademische Reden aus den Jahren 1864—72.
Dieselben behandeln Stoffe aus dem Altertum, doch so, dass vielfach Fäden
nach der Gegenwart hin gesponnen werden. Die Titel lauten: 1. Hybris;
2. Griechenland und Deutschland; 3. Dämon und Genius; 4. Majestät;
5. Gesundheit des Staates; 6. Politische Anweisungen. — Die zweite
Gruppe besteht aus Vorträgen, die sich auf die Litteratur der Griechen
und Römer beziehen: 1. Aufgaben und Ziele einer antiken Litteratur-
geschichte; 2. Lobpreis von Fürsten und Helden bei Griechen und Römern;
3. Poesie des Krieges im Epos der Griechen; 4. Euripides und seine Zeit;
5. Die Idyllen des Theokrit. Angeschlossen ist diesen Vorträgen der Auf-
satz über M. Porcius Cato Censorius, der seinem ganzen Habitus nach den
Ribbeck’schen Reden überaus nahe steht und ebenfalls populär gehalten
ist. Die in demselben gegebene scharfe Charakteristik des grossen Staats-
mannes und Geschichtsschreibers dürfte namentlich unsere Historiker inter-
essieren. — Die dritte Gruppe bringt verschiedene Gedächtnisreden Ribbecks,
darunter den unvergleichlich schönen Nekrolog auf K. Buresch. Angehängt
ist der Sammlung die satirische Rezension von Strombergs Catullüber-
setzung. E. M.
Der gehaltvolle Vortrag, den Ludwig Mittels auf dem Hallenser
Historikertag gehalten hat (vgl. oben S. 464), ist nun als Sonderschriftchen
 
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