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161

Studien zu mittelalterlichen Massen und Gewichten.
Von
Benno Billiger.
I.
Kölner Mark und Karolingerpfund.
Die Kölner Münz- und Gewichtsverhältnisse werden der Aus-
gangspunkt dieser Untersuchung sein.1 Wir können die Thätigkeit
Kölns als Münzstätte in einem fast ununterbrochenen Entwicke-
lungsgange bis tief in die Karolingerzeit hinein zurückverfolgen,
denn unter den Fundstücken seiner Münzen begegnen uns schon
Denare Karls des Grossen, Ludwigs des Deutschen, Karls des
Dicken und Arnulfs.2 Auch im 10. und 11. Jahrhundert, unter
den sächsischen und salischen Herrschern, blieb Köln königliche
Münzstätte, wie die Funddenare beweisen.3 Schon aber bahnte
sich eine Aenderung an, indem seit Bischof Brun (953—965)
neben der königlichen Prägung hier auch die bischöfliche ein-
setzte. Mit Kaiser Heinrich III (1039—1056) endlich erlischt
1 Die wichtigste Literatur über diesen Gegenstand, auf welche wir
beständig zurückgreifen, ist folgende: Ernst Kruse, Kölnische Geldgeschichte
bis 1386, in der Westdeutschen Zeitschrift für Geschichte und Kunst, Er-
gänzungsheft IV. Trier 1888. — Karl Lamprecht, Deutsches Wirtschafts-
leben im Mittelalter Bd. II. Leipzig 1885. — Leonard Ennen, Geschichte
der Stadt Köln Bd. I. Köln und Neuss 1863. — H. Grote, Münzstudien.
8 Bde. Leipzig 1857—77. — Ad. Soetbeer, Beiträge zur Geschichte des
Geld- und Münzwesens in Deutschland, in den Forschungen zur Deutschen
Geschichte Bd. 1, 2, 4 und 6. Göttingen 1862—66.
2 Soetbeer in den Forschungen VI S. 53. — Grote Münzstudien I S. 87.
II S. 961. — Heinr. Fhil. Cappe, Beschreibung der kölnischen Münzen des
Mittelalters. Dresden 1853. S. 11—15.
3 Herrn. Dannenberg, Die deutschen Münzen der sächsischen und frän-
kischen Kaiserzeit. Berlin 1876. S. 149—176. Lamprecht, Wirtschaftsleben
H S. 404—408.
Histor. Vierteljahrschrift. 1900. 2. 11
 
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