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Ueber Elektensiegel.
Von
Harry Bresslau.
In der Einleitung zum ersten Teil des Urkundenbuches des
Hochstifts Merseburg (Halle 1899) S. LXXI schreibt P. Kehr:
„Die gewöhnliche Form des bischöflichen Elektensiegels ist spitz-
oval; statt des Bischofs erscheint regelmässig1 der Heilige der
bischöflichen Kirche mit seinen Attributen. Aus Halberstadt
sind mehrere solcher Elektensiegel erhalten (z. B. von Dietrich
1180 und von Ludolf 1237, vergl. Gl. Schmidt ÜB. des Bistums
Halberstadt I Taf. IV, nr. 20; Taf. VI, nr. 43). Aus Merseburg
hingegen besitzen wir nur das Elektensiegel Gebhards von Schraplau
(Taf. VITT, nr. lla), das den h. Laurentius darstellt, in ganzer
Figur, mit dem Rost in der Rechten, mit dem Buch in der
Linken“. Dazu folgende Anmerkung: „H. Bresslau, Handbuch
der Urkundenlehre I, 968 sagt: In der Zeit zwischen Wahl und
Weihe führen die Bischöfe besondere Elektensiegel, in denen sie
zumeist stehend und ohne Stab dargestellt sind; bisweilen tragen
sie dann, neben dem Buch in der einen, einen Palmzweig in der
anderen Hand. Es ist ein starkes Stück2, dass Bresslau nicht
erkannt hat, dass das die Abbildung der Heiligen und Märtyrer
ist und von Darstellung stehender Bischöfe hier keine Rede sein
kann.“
Um die von Kehr aus dem Zusammenhang herausgelöste
Stelle meines Handbuches in diesen wieder einzufügen, muss ich
bemerken, dass sie in dem Abschnitt steht, in dem ich von
Porträtsiegeln überhaupt und von den Siegeln geistlicher Würden-
träger insofern handele, als „sie Abbildungen derselben geben“
(S. 967). Dass auf solchen Siegeln auch Abbildungen von

1 Dies Wort ist von mir gesperrt.
2 Von mir gesperrt.
Histor. Vierteljahrschrift. 1900. 4.

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