Wörner, Ernst
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Rheinhessen: Kreis Worms — Darmstadt, 1887

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KREIS WORMS

Schloss

Fig. 43. Monsheim. Erker des Schlosses.

Der Hauptteil des aus einer
Reihe von einen Oekonomiehof
bildenden Bauten bestehenden
Schlosses, welches sich im Besitz
von Adrian Felix Jordan de Rou-
ville in Frankfurt a. M. befindet,
ist ein mächtiger zweistöckiger
Renaissancebau mit einem Erker,
welcher sich über der, das Ge-
bäude in der Mitte trennenden,
im Rundbogen geschlossenen
Durchfahrt vorlegt. Der Erker
(Fig. 43) kragt sich auf drei
doppelten, mit Löwenköpfen ge-
zierten Konsolen sehr wirkungs-
voll vor, hat drei Fenster in der
Breite und unter denselben drei
Wappen- und Inschrift-Tafeln.
Uber den Fenstern lesen wir die
Jahrzahl 165 1.- Der Aufsatz auf
dem Erker ist neueren Datums
und an die Stelle eines angeb-
lich baufälligen Giebels getreten.
Der Bau selbst hat vornen in
zwei Stockwerken je 4 Fenster
auf jeder Seite der Durchfahrt,
auf der Rückseite, wo statt des
Erkers eine Fensteröffnung sich
befindet, im oberen 9, im unteren
Stockwerke 8 Fenster, welche
alle hier noch die im Stil der
Entstehungszeit profilierten stei-
nernen Mittelpfosten haben. Die
Durchfahrt hat eine flache Decke.

Das hohe Satteldach hat auf jeder Schmalseite des Hauses einen einfachen Giebel.
Die Inschriften unter den Erkerfenstern lauten: Otto £ubtüt<5 von IPacfyeitfycim
Hömifd). Kaif. ITTayftet (ßeneral IDadjtmeifter vub £>berfte tmb Zinna 21targaretbe
Don IDacfyenfyeim (Sebome Döcjtin 5U f)unoll Stein. Zwischen den zwei Inschriften
das Allianzwappen der Erbauer. Das Wachenheimer Wappen ist an einer Treppe
im Osten eingemauert, wohl nicht ursprünglich; auf dem gleichen Stein, wie das
Wappen, ist die Jahrzahl 1651 ausgehauen. Das Allianzwappen der Erbauer befindet
sich auch in der Höhe an der Westseite eingemauert. Die übrigen Bauten des
Schlosses entstammen laut Inschriften an den Thüren und Thoren verschiedener
Zeit. An zwei Kellerthüren in der Scheuer, welche die Westseite des Hofs abschliesst,
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