Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,4): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Mosbach und Eberbach — Tübingen [u.a.], 1906

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AMT MOSBACH.

GUTTENBACH. MINNEBURG.

in der Ecke zunächst dem Ostgiebel; unlängst erneuert. Bei künstlicher Beleuchtung
sieht man hier im Keller deutlicher noch als aussen, wie die Hofmauer sich ohne Verband
an die ältere Schildmauer anlehnt, somit von Grund aus neu aufgeführt worden ist.

Durch das spitzbogige Portal, über dem die erwähnte Inschrift-Tafel angebracht
ist, betreten wir den Treppenthurm und gelangen über 7 Stufen durch eine weite rund-
bogige Thür ins Erdgeschoss des Palas. Ein breites, einst flach gewölbtes Vestibül,
das den ganzen Raum in zwei ungleiche Theile scheidet, nimmt uns auf. Am hinteren
Ende enthält es einen Kamin mit dem das Gewölbe durchschneidenden Rauchrohr.
Die Thür rechts mit einfacher Schräge führt zu zwei kleinen schmucklosen, gewölbten

Fig. 11. Blick in den Burghof der Minneburg.

Räumen, die neuerdings in Stand gesetzt worden sind und als Magazine dienen. Durch
die gegenüberliegende spitzbogige Thür (s. Fig. 13) betreten wir den Hauptraum des Erd-
geschosses. Sein Licht erhält der Raum durch zwei grosse dreitheilige Fenster in der
Hoffront, während die gegenüberliegende Aussenmauer nur eine Wandnische aufweist, in
der z. Z. der Grabstein (r. S.) einer am 28. Dezember 1599 im Schloss zu Schwarzach
verstorbenen BARBARA FREWLEIN ZV MINNENBERG Aufstellung gefunden hat.
In der Mitte das Familienwappen, ebenso wie die vier Ahnenschilde in den Ecken
fast bis zur Unkenntlichkeit abgetreten. (Ob der Grabstein hier oben gefunden —
Stock er hat ihn nicht erwähnt, also auch wohl nicht gesehen —, oder, was wahr-
scheinlicher, von Schwarzach neuerdings hierher gebracht worden ist, ist nicht zu
ermitteln gewesen.)

Die geräumige, jetzt durch eine Thür verschlossene spitzbogige Nische in der
südöstlichen Giebelwand sieht wie ein Altarchor aus und legt die Vermuthung nahe,
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