Prähistorische Blätter — 6.1894

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Ein Bronzedepötfund von Szczodrowo, Prov. Posen.

in Schamhaupten weiter bekannt gewordenen Hügelgräber
auf den Höhen jenseits des Schambachthales einer späteren
Zeit überlassend, vielleicht, dass sich noch eine reichhaltigere
Ausbeute ergibt. Immerhin aber halte ich die Konstatierung
des Yorhandenseins dieser Hügelgräber, sowie die Ergebnisse
der drei durchforschten für nicht so ganz unwichtig, als
dass ich versäumte, davon Kunde zu geben.

Ich bemerke noch, dass der Limes vielleicht eine
grössere Anzahl von Hügelgräberu durchschnitt und sind
nur mehr die nördlich von ihm gelegenen vorhanden.

Nach der Volkssage soll sich auf dem Fusswege von
Schamhaupten nach Steinsdorf zu gewissen Zeiten em »Geist«,
eiu Mann ohne Kopf, sehen lassen; vielleicht steht diese
Sage mit den Hiigelgräbern in Beziehung.

Ein Bronzedepötfund von Szczodrowo, Provinz Posen.

Von B. Lehmann-Nitsche in München.

Mit Tafel IV—VI.

Zu den Bronzedepötfunden, weiche am häufigsten in
(Jngarn, häufig im östlichen Deutschland. in Schlesien, Posen
und der Mark Brandeuburg vorkommen, um dann nach
Norden zu seltener zu werden und endlicli in Skandinavien
fast ganz zu verschwinden, und die die Handelswaare eines
reisenden Händlers, teils fertige Sachen (beispielsweise Celte),
teils Bronzerohmaterial in Gestalt von Ringen darstellen,
geliört ein Depötfund, welcher vor mehr denn 25 Jahren in
Szczodrowo bei Ivosten Provinz Posen, zu Tage gefördert
wurde. Ende der 60 er Jahre nämlich liess Herr Ritter-
gutsbesitzer Eduard Pohl auf Szczodrowo einen Teil seines
Gutes drainieren und beim Schlagen der Draingräben fand
der Yorarbeiter einen Bronzering, an welchem vier andere
Ringe aufgereiht waren; beim Weiterführen des Grabens
stiess man einige Schritte vom Fundplatz der ersten wieder
auf einen Ring. Sämtliche 6 Ringe lagen direkt auf der
Lehmschiclit, welche auf die hier ungefähr einen halben
Meter starke Humusdecke folgt und gehören ansclieinend
zu ein und demselben Funde, welcher drei Typen von Bronze-
ringen repräsentiert.

Typus I, an welchem sich die vier anderen Ringe
(Typus II) aufgereiht fanden, ist ein ofiener ovaler Ring aus
starkem Bronzedralit, durcli Hämmern in seine Form ge-
bracht und sorgfältig bearbeitet. Seine Fnden, o l/2 cm von
einander eutfernt, sind dünn ausgehämmert und nach aussen
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