Prähistorische Blätter — 6.1894

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Prähistorische Blätter.

(Juter Mitwirkung von Forsdiern und Freunden der prä-
historiscken Wissenscbatt herausgegeben

von

Dr. Julius Naue in München.

Abonnementspreis

pro Jahr 6 Nummern (mit Ahbildungen) hei portofreier Zusendung 3 Marb.

VI. .Jalirg. 1894. München Nr. 3 mit Taf. YII—VIII.

Inhalt:

Der Kupferfund bei Gross-Heubach a|M., 1892. Von Hauptmann a. D. von
Haxthausen in Sommerau (Spessart). Mit TafelVII. — Prähistorisches von Tonna.
Von Physikus a. D. Dr. G. Florschiitz in Gotha. Mit Tafel VIII. — Ausgrabungen
und Funde. — Litteratur.

Nachdruck der Hauptartikel ohne eingeholte Genehmigung der Uedaction ist untersagt.

Der Kupferfund bei Gross-Heubach a/M., 1892.

Von Hauptmann a. D. von Haxthausen in Sommerau (Spessart).

Mit Tafel VII.

Schon auf Grund des, wenn aucli sparsam vorliegenden,
der Form nacli aber immer besonders cliaracteristischen
Materials an vorhistorischen Kupferfunden, unter denen die
Ausbeute aus Schweizer Seen, aus Ungarn, Krain, jüngst
auch aus Chaldäa hervortreten, fängt die Wissenschaft an,
sich in ihrem Urtheil dahin zu neigen, dass vor Anwendung
anderer Metalle zu Arbeitszwecken und speciell vor Ein-
führung der Bronze (Gelb— Bronze — beste — = 90% Kupfer
-f- 10% Zinn, Weiss-Bronze = 66% Kupfer — oder weniger
-j- 34% Zinn — oder mehr —) das unlegirte Kupfer im
Gebrauch war, dass auch wohl der Mensch mit dem Vor-
finden des gediegenen Goldes und Kupfers hauptsächlich erst
auf die Kenntniss der Metalle hingelenkt wurde. — Die
Gewinnung des Zinnes -— schon erstrebt vor Sidon und
Tyrus —, das in der Natur nicht alsRegulus geboten wird,
würde einer späteren Zeit zuzuschreiben sein, ebenso die
practische Erfahrung, dass der Guss des Kupfers durch
bestimmte Procentzusätze von Zinn etc., die den überaus
hohen Schmelzpunkt des reinen Kupfers herabsetzen, erst
glatt und vollendet, wie leicht in allen Formen ausgeführt
werden kann. Hohlringe. figürliche Darstellungen u. s. w.
mit blechartig-dünnen Wandungen, durchbrochene, verzierte,
feine Gussarbeiten können überhaupt niclit — zum Bedauern
unserer Metallkunstgiesser, die ihre Productionen erst nach-
träglich galvanisch zum Schutze vor der Witterung über-

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