Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft — 16.1922

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DAS PROBLEM EINER ALLGEMEINEN KUNSTWISSENSCHAFT. 451

gut, noch auch schließlich der Philosophie. Jene ward vernachlässigt,
und die Philosophie achtete in ihren systematischen Konstruktionen in
letzter Linie auf die Kunst; bisweilen ward sie nur zum Lückenbüßer;
jedenfalls hatte sie sich bescheiden zu fügen. Wenn die allgemeine
Kunstwissenschaft ihr ganzes Sein der Philosophie schuldet, so dankt
sie ihr wieder dadurch, daß die Problematik der Kunstphilosophie nun
nutzbar gemacht werden muß für die Philosophie selbst. Die heute
aufblühende Kulturphilosophie zumal wird auf die Dauer die wertvolle
Hilfe der Kunstphilosophie nicht entbehren können, die sie noch viel
zu wenig in Anspruch nimmt. Manche wichtige Fragen könnten hier
— meiner Meinung nach — entscheidende Anregung und Förderung
erfahren. Mit diesem ganz weiten Ausblick — der Zeugnis ablegt für
die Einheit der Philosophie — will ich meinen Vortrag beschließen.
Er gab keine Antwort, sondern ein Problem. Aber dieses Problem
erzeugt und ihm entwächst die allgemeine Kunstwissenschaft.
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